Der Schulkomplex im Nibelungenviertel in Bernau wird erweitert. Das teilte die Stadt am Freitag mit. Weil Bernau immer weiter wachse, müsste auch die Infrastruktur – in diesem Fall also die Schulen – mitwachsen. So soll die aktuell dreizügige „Grundschule an der Hasenheide“ zu einer vierzügigen Schule mit entsprechenden Hortkapazitäten ausgebaut werden. Derzeit werden dort 454 Kinder unterrichtet, künftig können es bis zu 600 Kinder sein.

Entwicklung des Bernauer Stadtteils

„Mit dem Erweiterungsbau trägt die Stadt insbesondere zur Entwicklung dieses Stadtteils bei, wo in der jüngsten Vergangenheit mit dem Pankebogen ein neues Wohngebiet entstanden ist. Wir wollen den steigenden Schülerzahlen gerecht werden und allen Mädchen und Jungen gute Lernmöglichkeiten bieten“, so Bürgermeister André Stahl.
Geplant ist, entlang der Krimhildstraße ein mit der jetzigen Schule verbundenes viergeschossiges Gebäude zu errichten. In diesem wird es neben Klassen- und Förderräumen auch eine Mensa sowie einen separaten Hortteil geben. Im Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung wurden die thoma architekten im April 2020 mit der Planung beauftragt. Derzeit arbeitet das Berliner Büro an der Entwurfsplanung. Über den Stand der Dinge sollen die Bernauer Stadtverordneten in den nächsten Ausschusssitzungen informiert werden.

Digitale Technik an der Schule soll mitwachsen

„Durch die geplanten Förder‐, Fach‐ und Teilungsräume können innovative pädagogische Konzepte umgesetzt werden. Eine Erweiterung des Brandschutzkonzeptes im gesamten Schulkomplex ermöglicht die Bildung einzelner Cluster und die Errichtung vielfältiger Kommunikationszonen“, so Liane Hergt vom Bernauer Bauamt. Eine „mitwachsende“ digitale Technik soll die Voraussetzungen für moderne Lernformen bieten. Zusätzlich werden in den Neubau die Horträume integriert. Die Schule erhält mit dem Erweiterungsbau auch eine große Aula bzw. Mensa, in der nicht nur Speisen und Getränke angeboten werden, sondern auch Schulveranstaltungen und Elternversammlungen stattfinden können.
Ein Highlight und bislang einzigartig in Bernau wird der künftige Schulhof sein: eine attraktive Mischung aus Sport‐, Spiel‐ und Pausenhof mit Elementen für den Unterricht im Freien. In die Planung waren die Schülerinnen und Schüler einbezogen. Ihre Wünsche und Vorschläge haben sie im Rahmen von Projekten entwickelt. „Viele ihrer Hinweise und Ideen sind in die Entwürfe eingeflossen. Dadurch konnten wir sozusagen einen Maßanzug für das Areal schneidern“, freut sich Liane Hergt.

Baubeginn voraussichtlich im Oktober

Wenn das neue Gebäude steht, kann das alte modernisiert werden. Geplant ist ein Niedrigenergie‐Standard mit intelligenter Tageslichtsteuerung, Belüftung und Wärmeschutz, Dachbegrünung und Barrierefreiheit. Die Baukosten werden sich nach bisheriger Schätzung auf rund neun Millionen Euro belaufen. Unterstützt wird das Projekt mit Städtebaufördermitteln. Baubeginn wird voraussichtlich im Oktober dieses Jahres sein. Wenn alles gut läuft, kann der Anbau dann im Frühsommer 2023 fertig sein.