In einem Stall-Verschlag sitzen die beiden Stadtverordneten Dominik Rabe und Michelle Petroll und erhalten von ihrer Fraktionsvorsitzenden Dagmar Enkelmann Nahrung. "Was machst Du denn da?", wundert sich die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Hildegard Bossmann. "Ich füttere meine Drachenbrut", antwortet Enkelmann. "Und womit?", will Bossmann wissen. "Na, mit Bier-man(n)", kommt es zurück.
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Diese Bernauer Linken sind im sprichwörtlichen Sinne durchaus so etwas wie eine "Brut". Es gibt kaum ein Thema, vor dem sie Halt machen - und sie nehmen nicht nur ihre politischen Gegner gehörig aufs Korn, sondern auch sich selbst und ihren Bürgermeister. Etwa, wenn Margot Ziemann und Burghard Seeger vor der Rathaus-Kulisse analysieren, wie Stahl sein Versprechen - 24 Stunden arbeiten für Bernau - wahrmachen will. "Der Mann hat eben Visionen" stellt der eine fest. "Visionen sind etwas für Leute, die keine Ideen haben - und davon gibt es im Rathaus schließlich genug", stellt der Gegenüber fest, um dann aufzuzählen: Die CDU will per Live-Streaming alle Stadtverordnetenversammlungen im Internet übertragen, die SPD kostenlose Parkplätze einführen, die Grünen eine alte Scheune in Börnicke zum Event-Center ausbauen und dem Bündnis für Bernau "steht das Abwasser bis zum Hals". Was die Linken tun? "Na die machen das, was sie am allerbesten können: Sie beschäftigen sich mit sich selbst..."
Quer durch die Stadtpolitik geht es an diesem Abend. Das "Märchen von der Wappenuhr" wird erzählt, das Geheimnis um das große Sünden-Buch von Alt-Bürgermeister Branzke gelüftet und beim CDU-Stadtverband ein Gespräch zwischen "Herrn Süß" und "Frau Kurze" belauscht. Nachrichtensprecher Carsten Schmidt kommt besonders gut an. Mit versteinerter Mine gibt er beispielsweise bekannt, dass ab sofort sonntags in Bernau alles dicht gemacht wird - die Stadttore werden geschlossen, an allen Ausfallstraßen Straßensperren errichtet und "die Ausreise am Sonntag ist nur noch in dringenden Familien-Angelegenheiten gestattet!" liest Schmidt vor. Die Maßnahmen dienten der Wiederherstellung der Sonntagsruhe...
Letztlich erweist sich auch Kreisparteichef Sebastian Walter als brillanter "Büttenredner".
Nichts geht ohne das "Märkische Plapperblatt": Die Redakteurin (Heidi Scheidt, l.) ist angetreten, den "Sumpf" in Bernau trocken zu legen - die Frösche (unter anderen dargestellt von Irene Köppe) leiden.Fotos (6): Rudi Meitner
Haben allen Grund zum Lachen: Landtagspräsidentin Britta Stark (2. v. r.) und Bernaus Bürgermeister André Stahl (l.)
Gibt sich kindisch - und störrisch: Burghard Seeger
Ausnahmetalent: Linke-Kreisparteichef Sebastian Walter
Stimmgewaltig: Bernauer Nachtwächter(in) Linda Rehmer
Griff zu den Herztropfen: Nachrichtensprecher Carsten Schmidt
Im vollbesetzten "Ofenhaus" sorgte der sechste Politische Aschermittwoch für gute Laune bei Publikum und Darstellern