Wie es gelingen kann, selbst nach schwersten Eingriffen am Herz wieder zu Kräften zu kommen, war das Kernthema des aktionsreichen Tages im Bernauer Paulus-Praetorius-Gymnasium. Mit "Was kranke Herzen wieder leisten können" hatten die Organisatoren den Tag überschrieben, und wie schon aus vorhergehenden Veranstaltungen gewohnt, hochprofessionell vorbereitet. Dazu gehörten beispielsweise zwei live aus dem Hybrid-Herzoperationssaal und dem Hybrid-Herzkatheterlabor übertragene Eingriffe, die von den Zuschauern die Bereitschaft verlangten, sich wirklich detailliert mit der Arbeit eines Herzchirurgen beschäftigen zu wollen. "Nichts für schwache Nerven", kommentierte ausgerechnet ein groß gewachsener Gast die Übertragung, bevor er durch die Tür ins Foyer des Gymnasiums entschwand, um zu Verschnaufen.
Live-Übertragung am offenen Herzen

Bildergalerie Live-Übertragung am offenen Herzen

So verpasste er das Phänomen, wie ein hochkomplizierter und komplexer Eingriff wie der Ersatz einer Herzklappe vergleichsweise unspektakulär aussehen kann. In großer Ruhe und Professionalität absolvierte Dr. Thomas Claus mit seinem Team die Operation, um nach dem perfekten Abschluss mit dem fast tosenden Beifall des Publikums belohnt zu werden. Dass es trotz der gebotenen Ernsthaftigkeit auch mit einem Zwinkern zugehen kann, bewies der Hinweis auf ein besonderes Werkzeug. "Der Brustkorb des Patienten wurde mit einer Stichsäge längs aufgesägt. Genau genommen ein Gerät, wie Sie es aus dem Baumark kennen, nur einhundertmal teurer", kommentierte Professor Johannes Albes im Audimax des Gymnasiums.
Wer mit Herzrasen oder anderen Herzrhythmusstörungen zu kämpfen hat, nahm ebenfalls wertvolle Erkenntnisse mit. Mittels dreidimensionaler Darstellung können mittlerweile farbige Darstellungen der elektrischen Erregungsabläufe im Herzen gezeigt werden, sodass die fehlerbehafteten Areale, die beispielsweise das Herzrasen begünstigen, mit einer Ablation gezielt verödet werden können.

Hitze oder Kälte helfen

Der dosierte Einsatz von Hitze oder Kälte verhindert in den identifizierten Bereichen das Auftreten der für die Gesundheit so gefährlichen Störungen. Ebenfalls ein Eingriff, der ohne hochkomplizierte und hilfreiche Medizintechnik nie vorstellbar wäre. Wer diesen Problemen zumindest etwas aus dem Weg gehen möchte, der nimmt sich die zentrale Botschaft aller Akteure auf der Bühne zu Herzen. "Bewegen, bewegen, bewegen, mindestens 25 Minuten täglich", lautet diese Nachricht in einem Satz. Das kann auf dem Rad oder beim schnelleren Wandern sein. Selbst vor dem TV lassen Kombinationen von Ausdauer- und Krafttraining den Schweiß perlen. Und wer sich eventuell fragt, warum Frauen statistisch länger leben: Das Staubsaugen soll übrigens zu den unterschätzten Tätigkeiten gehören, die ebenfalls das Herz und die Fitness trainieren.