"Ich will vor allem bei jungen Menschen das Interesse und Engagement für die kulturellen Schätze auf dem Land wecken", sagt die Initiatorin und künstlerische Leiterin Anna Barbara Kastelewicz. Mit den Kulturfestspielen wolle sie die Herrenhäuser, Schlösser und Gärten der Mark durch stilvolle und qualitativ ansprechende Veranstaltungen beleben. Das heimische Publikum, aber auch Gäste aus den Metropolen wie Hamburg und Berlin sollen zudem ermuntert werden, das kulturelle Erbe für sich zu entdecken.
Im Jahr 2016 startete Kastelewicz, die selbst Violine spielt, zunächst mit fünf Konzerten - von Barock-Musik bis zum Jazz. In Zusammenhang mit den Aufführungen wurden bereits fachkundige Führungen durch das historischen Kulturerbe angeboten. Veranstalter der Kulturfestspiele ist der gemeinnützige Verein "Freunde der Residenzstadt Königs Wusterhausen". Die Reihe wird von der Stiftung "Schlösser und Gärten der Mark" gefördert.
Die diesjährige Saison begann Anfang März mit einem Konzert im Schloss Gusow. Weitere Veranstaltungsorte waren bisher unter anderem Schlösser in Baruth, Mellenthin und Wiesenburg.
Am kommenden Sonnabend erwartet die Musikliebhaber ein Open-Air-Konzert am Schloss Lanke. Vor der Kulisse des von Edward Knoblauch im französischen Renaissancestil errichteten Gebäudes wird das Blechbläserquintett "B 5" die schönsten Melodien aus 300 Jahren spielen. Auf dem Programm stehen Werke von Bach über Händel bis zu Bizet und Gershwin. Die professionellen Musiker kommen aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie Japan und zeichnen sich, so Anna Barbara Kastelewicz vor allem durch ihre besondere Hingabe zur Musik aus. Auf der Homepage der Kulturfestspiele gibt es für die Musikliebhaber ferner ein paar Tipps für Ausflüge in die nähere Umgebung, beispielsweise zum Liepnitzsee oder zur Waldsiedlung Wandlitz. Das Konzert beginnt um 16 Uhr, Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen. An der Abendkasse kosten sie 20 Euro.
Die Akademie Bogensee ist dann am 16. September ein weiterer Festival-Schauplatz im Barnim. "Das wird etwas ganz Besonderes", macht Anna Barbara Kastelewicz bereits neugierig. Geboten wird ein Comic-Konzert, es erklingt Live-Musik zur Projektion einer Graphic Novel. Dabei handelt es sich um "Fliegenpapier" von Hans Hillmann, das der Künstler in großformatigen Aquarellen in Anlehnung an den gleichnamigen Krimi von Dashiell Hammet entworfen hat. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem avant-Verlag Berlin und dem Yam Yabasha Ensemble. Beginn ist um 16 Uhr, die Tickets sind an der Abendkasse für 20 Euro zu haben.
Initiatorin Anna Barbara Kastelewicz will auch 2018 die Kulturfestspiele fortsetzen - dann mit einem neuen Veranstalter.