Seine Enttäuschung kann der erste Vorsitzende des Vereins, Frank Budie, kaum verbergen. „Bei einem Vor-Ort-Termin hat das Gericht schon mal zu unseren Gunsten entschieden. Wir haben Auflagen bekommen, an die wir uns gehalten haben“, erzählt er. Trotzdem sei man einigen Anwohnern von Gieses Plan leider ein Dorn im Auge.
Die Nachbarn stören sich vor allem an dem von den Verbrennungsmotoren verursachten Lärm, der von dem rund 
10 000 Quadratmeter großen Areal herüber schwappt. „Das Motorengeräusch ist sehr nervig. Man kann da schlecht weghören“, beschreibt Markus Schäfer die Situation. Er ist einer der Anwohner, die 30 Unterschriften gegen den Betrieb bei der Stadt vorlegten. „Dass hier Gewerbegebiet ist, wussten wir ja, als wie hierher gezogen sind. Aber im Gewerbegebiet ist nunmal am Wochenende Ruhe. Solche Freizeitnutzung ist eigentlich nicht zulässig.“ Vor allem die am Wochenende ausgetragenen Rennen waren es, über die sich die Anwohner aufregten. „Man konnte hier nicht mal mit Freunden auf der Terrasse sitzen. Und das macht nunmal eine ganze Menge an Lebensqualität aus“, findet Schäfer.
Den Verein gibt es seit dem Jahr 2003. 39 Mitglieder hat er inzwischen, davon seien rund die Hälfte Kinder und Jugendliche, so der Vereinsvorsitzende. „Zum einen basteln wir hier an unseren Autos herum, der andere Teil macht natürlich das Fahren auf der Strecke aus.“ Dabei standen den Motorsportfans eine On-Road- und eine Off-Road-Strecke zur Verfügung sowie eine spezielle Trainingsstrecke für Kinder.
Dreimal pro Woche durften die Vereinsmitglieder das Areal „Motodrom Bernau“ im Gewerbegebiet nutzen. Dienstags und Donnerstag von 15 bis 20 Uhr, Samstags von 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. Sonntags durften die Autofans nicht fahren, Ausnahmen waren nur an Renntagen erlaubt.
Nun soll auch damit Schluss sein. „Das Gebiet dort ist Gewerbegebiet, für eine Umnutzung muss ein Bauantrag gestellt werden, es bedarf einer bauordnungsrechtlichen Genehmigung“, erklärt Friedemann Seeger von der Stadt Bernau. An diesem Genehmigungsverfahren sei auch die Stadt beteiligt. „Es gab Ärger mit den Anwohnern, daher haben wir uns entschieden, eine Nutzung dort nicht mehr zuzulassen.“
Die Speedracer haben nun die Möglichkeit, auf dem Gelände der Barnimer Verkehrswacht an der Marie-Curie-Straße unterzukommen. „Die Bedingungen dort wären sehr gut. Nur leider rechnen wir mit 30 000 Euro Kosten, unter anderem für Planung und Bau der Strecken. Das können wir als Verein kaum bewältigen. Wir hoffen jetzt auf Sponsoren“, so Budie.
Ein Umzug wäre auch frühestens zum kommenden Jahr möglich. Nun hoffen die Motorsportfreunde, dass sie in diesem Sommer das Motodrom wenigstens noch für die elektrisch betriebenen Autos nutzen können. „Die Stadt hat uns mitgeteilt, dass die Bauordnungsbehörde unseren Antrag dann mit den zuständigen Stellen der Stadt absprechen und auch die Anwohner befragen würde“, sieht Frank Budie seine Chancen für die Genehmigung schwinden.
Markus Schäfer jedenfalls hätte damit aber keine Probleme. „Ich kann jetzt nicht für alle Anwohner sprechen, aber mit Elektro.-Autos könnte ich leben, die sind ja nicht so laut.“ Vielleicht gibt es ja doch noch eine für alle Seiten vernünftige Lösung.