1993 hat Edith Stöber den Eichhorn-Hof in Rüdnitz gemeinsam mit ihrem Mann eröffnet. Der ökologische Familienbetrieb umfasst 115 Hektar Fläche, der größte Teil sind Weideflächen, unter anderem im Naturschutzgebiet Biesenthaler Becken. Dort weiden 220 Mutterschafe und ebenso viele Lämmer. „Wir kontrollieren unsere Böden auf Giftstoffe, verwenden keine Pestizide oder Insektizide“, zählt Edith Stöber den Unterschied zu einem herkömmlichen landwirtschaftlichen Betrieb auf. Das sei in den ersten Jahren umständlicher, zahle sich aber später aus, ist sie überzeugt. „Die Qualität der Erde wird immer besser und es gibt dann gar nicht mehr so viele Schädlinge.“ Auch der Wechsel zwischen den Kulturen tue dem Boden gut. Monokulturen machten ihn anfällig, weiß die Landwirtin.
Der ökologische Landbau hat sich im Landkreis Barnim etabliert. 42 Landwirtschaftsbetriebe haben sich den strengen Grundregeln des ökologischen Landbaus verschrieben. Rund 7000 Hektar werden auf diese Art bewirtschaftet.
Als Ökolandbau bezeichnet man die Herstellung von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden. Verzichtet wird auf den Einstz bestimmter Pflanzenschutzmittel, Wachstumsförderer, Mineraldünger und Gentechnik. „Man kann davon ausgehen, dass auch in den kommenden Jahren die Fläche und die Anzahl der Unternehmen im Ökobau zunehmen werden“, sagt Beate Schmidt-Grimm, Leiterin des Verbraucherschutz- und Gesundheitsamtes des Kreises.
Ökologischer Anbau sei nicht grundsätzlich gleichzusetzen mit gesunder Ernährung, sondern verlange eine Umstellung der gesamten Produktionsmethoden und eine umfassende Umstellung der betrieblichen Abläufe.
Die Erweiterung der Fruchtfolge als Maßnahme zur vorbeugenden Herabsetzung der Schadenswahrscheinlichkeit sei von besonderer Bedeutung. Auch die Selbstregulierung von Agrarökosystemen durch Lebensräume wie Hecken und Feldraine zur Förderung von natürlichen Gegenspielern der Schädlinge findet im Bereich des Ökologischen Landbaus zunehmend Beachtung.
Pilzkrankheiten der Pflanzen werden durch Anbauplanung und Koordinierung von Arbeitsabläufen im Vorfeld und während des eigentlichen Anbaus verhindert oder zumindest gemindert. Das weiß auch Edith Stöber. „Wir setzen die Pflanzen so zueinander, dass sie sich gegenseitig schützen.“ Viele Krankheiten träten so gar nicht erst auf.
„Die Ökobetriebe des Barnim leisten einen entscheidenden Beitrag zur gesunden Ernährung der Bevölkerung des Landkreises und auch der Bundeshauptstadt Berlin“, ist Beate Schmidt-Grimm überzeugt. Bei vielen Öko-Bauernhöfen kann man die Waren inzwischen schon direkt vom Hof kaufen.
Infos unter www.direktvermarter-brandenburg.de