Für Strausberg-Nord bringt der Fahrplanwechsel mit einer 20-Minuten-Anbindung zur Hauptstadt fast schon revolutionäre Verbesserungen, ganz so epochal fallen die Neuerungen im Barnim nicht aus. "Auf der Linie 25 kommen die Reisenden von Werneuchen aus nach Lichtenberg und nun zusätzlich bis nach Ostkreuz, das ist neu", so Weber. Positiv sei auch ein neuer Frühzug der RE3, der nun bereits um 4.10 Uhr von Eberswalde nach Berlin startet, immerhin 38 Minuten früher als vor dem Fahrplanwechsel. Gleiches gilt für die Berliner, die morgens zur Schicht in Eberswalde müssen. 4.21 Uhr können sie in Berlin den Regio 3 nutzen, früher fuhr der erste Zug um 5.31 Uhr in den Barnim.
Eine weitere Neuerung empfindet Weber als wichtig: In Biesenthal kommt abends ein weiterer Halt hinzu. Der letzte Zug mit Stopp in Biesenthal fährt um 22.30 in Berlin-Hauptbahnhof ab. Jetzt hält auch der Zug, der um 21.32 in Berlin abfährt, in Rüdnitz, Biesenthal und Melchow.
Bezüglich der Taktfrequenzen zur Hauptstadt haben sich nur unwesentliche Verbesserungen ergeben. "Wir haben am Morgen einen 20-Minuten-Takt von Eberswalde in Richtung Hauptstadt, gleiches gilt am Abend von Berlin bis nach Eberswalde. Aber außerhalb dieser Stoßzeiten reden wir eher von einem 30-Minuten-Takt, alles andere wäre zu optimistisch betrachtet", ordnet er die Anbindung ein.
Die Veränderungen im Streckennetz der Barnimer Busgesellschaft (BBG) geraten durchaus etwas großräumiger. So verändert die BBG den Modellversuch mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Beide Unternehmen hatten die Linie 390 finanziert, um die Bahnhöfe in Blumberg und Ahrensfelde zu erschließen. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Fahrt über die B 158 immer wieder zu bis zu einstündigen Verspätungen führte. "Aus diesem Grund haben wir die 390 wieder getrennt und in zwei Linien gesplittet. Eiche und Mehrow werden über die 390 an die Ahrensfelder S-Bahn angebunden. Den zweiten Teil der Linie 390 übernimmt an Schultagen die Linie 901, sie bedient Eiche und Mehrow in Richtung Blumberg und verkehrt zusätzlich über Eiche-Süd." Zusätzlich wird über die 901 eine direkte Verbindung zwischen Blumenberg mit Lindenberg und Neulindenberg realisiert.
Neues auch bei der Linie 892, die ihren Verlauf ändert. Verkehrte sie bisher von Bernau über Birkholz nach Schwanebeck und zurück, verändert sich die 892 nunmehr zur Ringlinie, die Bernau, Schwanebeck, Birkholz und dann wieder Bernau anfährt.
Nach diversen Protesten in der Vergangenheit steuerte die BBG nun auch bei den Erstklässlern und Grundschülern in Lanke nach. Die Fahrt fünf der Linie 909 wird zwischen Lanke-Obersee und Wandlitz-Bahnhof durch einen Kleinbus verstärkt. "Da es immer wieder mal zur Kritik kam, wird nun dieser Kleinbus mit 22 Sitzen eingesetzt, um den Grundschülern tatsächlich das Sitzen während der Fahrt zu ermöglichen", erklärt Nils-Friso Weber dazu. Die älteren Jugendlichen sollten dann den nachfolgenden Gelenkbus nehmen, der laut Weber bis zu 70 Sitzplätze und weitere Stehplätze bietet.
Immerhin realisieren die Busse der Barnimer Busgesellschaft jährlich 4,633 Millionen Fahrplan-Kilometer. 5,3 Millionen Fahrgäste werden jährlich transportiert, der Landkreis zahlt für die ÖPNV-Bestellung 6,3 Millionen Euro. Größter Besteller zusätzlicher Leistungen ist bei den Kommunen übrigens die Stadt Bernau, die jährlich 35 000 Kilometer Strecke ordert, Panketal und Ahrensfelde bestellten 30 000 Kilometer zusätzliche Strecke, Werneuchen 3000 Kilometer, Biesenthal oder Wandlitz begnügen sich mit dem Standard.