Eine dieser Frauen ist Madeleine Bloom, Multiinstrumentalistin und Sängerin aus Berlin, die sich mit ihrer Musik am Donnerstagabend im Bernauer Wasserturm vorstellte. „Ein Experiment“, wie Göritz zugab. Schließlich ist die Art Musik, wie sie Madeleine Bloom macht, nicht gerade als Massenware zu verstehen.
Dennoch konnte sich die Künstlerin bei ihrem Auftritt auf voll besetzte Stuhlreihen und einen morbiden Charme in moderig kühler Luft und zwischen Stahlrohren und Salpeter zerfressenen Wänden im Innern des Turms freuen.
So extravagant wie das Ambiente war dann auch der Auftritt der 32-Jährigen. Schließlich kam sie ganz ohne weitere Musiker aus – und präsentierte dabei durchaus vielschichtige Musik.
Möglich wurde das durch ein Mbira, ein Keyboard, ein Laptop und eine ganze Reihe von anderen elektronischen Spielereien, aber auch Papier oder eine tickende Uhr. Live nahm sie den Großteil dieser Instrumente und Geräusche auf und fügte sie kunstvoll in sogenannten Loops zusammen. Heraus kamen melancholische, rockige, aber auch düstere Lieder mit ganz außergewöhnlichen Effekten. Dass es aber auch ganz anders und reduziert auf das Wesentliche geht, zeigte die Künstlerin am Ende des rund zweistündigen Konzertes. Da sang sie nämlich mit wunderbarer Stimme, begleitet nur von einem Keyboard oder auch mal ganz ohne Instrumente.
Schade nur, dass sie diese Eindrücke an der einen oder anderen Stelle zerredete. Dann nämlich, wenn sie Zeit zu überbrücken versuchte. Etwa wenn sie die falschen Elemente im Laptop lud oder ein aufgenommener Effekt wiederholt werden musste. Dass Musik und Umgebung einen experimentellen Charakter hatten, war allen Beteiligten vorher klar.