Wie zufrieden sind die Bernauer mit ihrer Stadt und dem Ort, in dem sie leben? Im Juli startete die Märkische Oderzeitung eine Umfrage. Die Bernauer waren gefragt. Sie konnten die Angebote in der Stadt in elf verschiedenen Kategorien bewerten: Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Öffentlicher Nahverkehr, Versorgung mit Kitas und Schulen, Wirtschaftliche Entwicklung, Zustand von Straßen und Gehwegen, Gemeindeverwaltung als Dienstleister, Angebote für Familien, Kulturangebot, Einkaufsmöglichkeiten, Nachbarschaft, Gesundheitsversorgung. Zu vergeben waren Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). Zudem fragten wir: „Was ist Ihr größter Wunsch in Ihrem Wohnort Bernau?“

Die Verkehrsinfrastruktur ist Thema Nummer eins

An der nicht repräsentativen Umfrage beteiligten sich 104 Frauen und Männer. Thema Nummer eins bei den Verbesserungswünschen: „Zuzug stoppen und maßvoller Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur“, wie es ein Leser formulierte. Dazu gehören für jeden zweiten der Bau von Umgehungsstraßen, die Schaffung ausreichender Parkmöglichkeiten, die Sanierung von Gehwegen und der Ausbau des Radwegenetzes.

Schlechte Noten für die Verbindungen nach Berlin

Überwiegend schlechte Noten bekommt das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr. 65 Prozent der Frauen und Männer, die sich an der Umfrage beteiligten, vergaben in dieser Kategorie die Noten 4 und 5. Sie beklagen die ungenügenden Verbindungen in die Hauptstadt und wünschen sich nicht nur den 10-Minuten-Takt für die S 2 ab Bernau, sondern auch eine Taktverdichtung auf der Regionalexpress-Linie RE 3. Ähnlich negativ fällt auch die Einschätzung der Umfrageteilnehmer zum Zustand von Straßen und Gehwegen aus. Knapp jeder Zweite machte sein Kreuz bei Note 4.

Lob für Kultur- und Freizeitangebote in der Stadt

Dagegen werden die Sport- und Freizeitmöglichkeiten in der Stadt von fast 80 Prozent als sehr gut oder gut klassifiziert. Einziger (erwarteter) Wermutstropfen: das fehlende Schwimmbad. Auch die Angebote, die es in Bernau für Familien gibt, werden anerkannt. 78 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage bewerten sie mit gut und sehr gut. Die Versorgung mit Kita- und Schulplätzen wird nicht schlechter als mit der Note 3 bewertet, ebenso wie das Kulturangebot. Und was das Rathaus durchaus froh stimmen dürfte: Gut 50 Prozent der MOZ-Leser bescheinigen der Stadtverwaltung als Dienstleister, mindestens zufriedenstellende, ein Drittel davon sogar sehr gute bis gute Arbeit.

Bürgermeister erkundet die Stimmung in Bernau

Mit Beginn dieses Monats hat sich Bürgermeister André Stahl erstmals aufgemacht, fernab des Rathauses zu erkunden, wie die Stimmung unter den Bernauern ist. In der vergangenen Woche stand er mehrere Stunden am Einkaufsforum an der Viehtrift, um mit Einwohnern ins Gespräch zu kommen. An diesem Mittwoch war vor dem Edeka-Center in der Bahnhofspassage Gelegenheit, den Bürgermeister auf Herz und Nieren zu befragen.

Wann wird das Neue Rathaus eröffnet?

Auch hier waren es die Themen Verkehrsinfrastruktur, Zuzug und Öffentlicher Personennahverkehr, die ganz oben auf der Interessenliste der Bernauer standen. Aber auch immer wieder Fragen nach barrierefreien Wohnungen beziehungsweise Altenheimplätzen, danach, wann endlich der Lebensmittel-Discounter in Ladeburg gebaut wird und nicht zuletzt mehrfach: „Wann wird das Neue Rathaus eröffnet?“
Noch in diesem Jahr wird der Bau von zwei weiteren Seniorenheimen begonnen. „Das sind 300 zusätzliche Plätze in der Stadt“, antworte Stahl. Der Bauantrag für den Discounter in Ladeburg sei gestellt, das gemeindliche Einvernehmen erteilt, aber vom Bauordnungsamt bislang noch nicht genehmigt. Wenn dies der Fall sei, dann müsse man mit einer Bauzeit von neun Monaten rechnen. Und was das Neue Rathaus betrifft: Am 3. Oktober wird es mit einem Tag der offenen Tür eröffnet.