Mit großem Bedauern und dem Angebot zur Hilfe reagierte am Wochenende der Bernauer Bürgermeister Andrè Stahl (Linke) auf die erst am Freitag bekannt gewordenen existenziellen Probleme der Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg gGmbH. Klinik-Geschäftsführerin Sandra Bandholz hatte in einer Presseerklärung das Aus der Einrichtung mitgeteilt. Die Gesellschafter stellen demnach den operativen Geschäftsbetrieb ein. Für 40 Mitarbeiter bedeutet dieser Entschluss zum Jahresende den Verlust ihres Arbeitsplatzes.
Begründet wird die Entscheidung der Gesellschafter mit ungelösten Finanzproblemen in Millionenhöhe. Bekanntlich läuft der Mietvertrag der Nachsorgeklinik in der Brandenburgklinik aus, sodass bereits seit Jahren nach einem Ersatz gesucht wurde. Durch die Peter und Ingeborg-Fritz-Stiftung wurde die Möglichkeit aufgezeigt, in Strausberg die familienorientierte Nachsorge in einem Klinikneubau fortsetzen zu können. Die Baukosten von rund 20 Millionen Euro sollen aus dem Eigenkapital des Stifterehepaares fließen. Für die Kosten der Innenausstattung, veranschlagt wurden fünf Millionen Euro, zeichnet die Nachsorgeklinik verantwortlich. Laut Geschäftsführerin Bandholz habe das Ehepaar Fritz nun weitere fünf Millionen Euro als "verlorenen Baukostenzuschuss" von der Kindernachsorgeklinik gefordert. Diese Summe aufzubringen, sehen sich die Klinik-Gesellschafter auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher Auffassungen über eine angemessene Miethöhe für die jetzigen Klinikräumlichkeiten nicht imstande.

Fritz ahnte Probleme schon eher

Für Stahl werfen die finanziellen Fragen große Fragen auf. "Mir fehlt momentan die genaue Kenntnis, was zwischen den Partnern ausgehandelt wurde. Aber gleich zu Wochenbeginn werde ich den Kontakt zum Investor Peter Fritz, zur Stadt Strausberg und zum Landkreis Märkisch Oderland aufnehmen. Sollte es zu einer Auffanglösung kommen und die Nachsorgeklinik doch am Standort Bernau verbleiben, werden wir uns natürlich engagieren. Allerdings denke ich, zuerst sind die Gesellschafter gefordert, zumal der Umzug nach Strausberg beschlossen wurde und dort bereits gebaut wird."
Mit den Worten "wir sind irre traurig und es tut uns weh, dass so eine wertvolle Einrichtung kurz vor Weihnachten schließt", reagierte nun die Strausberger Bürgermeisterin Elke Stadeler (parteilos). Peter Fritz sagte bereits am Freitag, er habe seit Längerem gewusst, "dass die Gesellschafter der Klinik unfähig seien, das Projekt finanziell zu stemmen". Eine konkrete Zusage über die von der Stiftung zur Verfügung gestellten 20 Millionen Euro hinaus fehlten ihm bis heute. Er habe zwei namhafte Interessenten in der Hinterhand, die einspringen könnten und in Strausberg nach dem Umzug von Wandlitz auch das Konzept der familienorientierten Rehabilitation umsetzen könnten.
In Wandlitz wurden am Sonntag im Beisein von Fritz bei einer Charity-Veranstaltung knapp 16.000 Euro Spenden übergeben.