Klaus-Jürgen Kreißig vom Anglerverein "Petrijünger" nimmt zwei Styropor-Behälter mit nach Biesenthal. Ein Glasaal wiegt 0,4 Gramm. Summa summarum landen also rund 7000 Babyaale im Großen Wukensee und im Dewinsee. Lediglich 20 Prozent davon bleiben am Leben. Nach zehn Jahren sind die männlichen Aale 50 Zentimeter lang, die weiblichen 70 bis 80 Zentimeter, weiß Artur Neitsch, der Vorsitzende de Niederbarnimer Anglervereins. Mit Aalen besetzt werden nur Gewässer, die einen Ablauf haben, damit die Fische weiter ziehen können.
"Hier werden sie nur dick gefüttert", sagt Berko Nowitzki. "Aale sind selten geworden", wirft Klaus-Jürgen Kreißig ein. Der 61-Jährige hat bereits als achtjähriger Junge das Angeln zu seinem Hobby gemacht. Zehn Jahre sei es her, dass er einen Aal gefangen habe, erzählt er. "Bei mir ist es schon 40 Jahre her", winkt Bruno Siewert, ebenfalls Mitglied des Biesenthaler Vereins, ab. "Die Kormorane sind erfolgreicher als wir", setzt der 73-Jährige ironisch hinzu. Dann machen sich die beiden Männer mit den Glasaalen auf nach Biesenthal.
Eine echt gute Qualität
Berko Nowitzki hat sich mit dem Bernauer Marcel Grosche vom Anglerverein Lanke einen zweiten Mann gesucht. Zunächst setzen sie gemeinsam mit Artur Neitsch vorsichtig Glasaale in den Finowkanal unweit des "Goldenen Ankers". "Echt gute Qualität", stellt Marcel Grosche fest. "Sie sind weggeschwommen wie nichts", freut er sich. Dann wechseln sie den Standort und fahren zur Ruhlsdorfer Schleuse. Dritte Station ist die "Krumme Lanke". Dort werden die beiden Männer bereits von Stephan Ziembinski, Mitglied des Anglervereins Eisenbahner e.V., erwartet. "Guck Sie Dir an, Deine neuen Mitbürger", flachst Berko Nowitzki. "Lass mich mal ein Foto machen – fürs Sushi", gibt der 35-jährige Bernauer zurück. "In fünf Jahren müssen sie massig sein", vermutet Nowitzki, der gelernte Fischer. Er rät seinem Gegenüber noch, "nicht mit Wurm zu angeln, sondern lieber mit Köder".
Noch immer ist ein Behälter mit Glasaalen übrig. Doch in die Krumme Lanke wird der Fischnachwuchs nicht gesetzt. "Den Rest bringen wir zum Hellsee. Der kann’s vertragen", beschließt der Gewässerwart. Der Hellsee ist das größte Angelgewässer in der Region.