Das Barnimer Netzwerk Fachkräftesicherung besteht seit 2007. Es vereint Einrichtungen wie die Arbeitsagentur, die IHK, die Handwerkskammer, aber auch die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Kommunen und andere. Insgesamt hat das Netzwerk elf Mitglieder. Zusammen mit der Uckermärkischen Partnereinrichtung sind die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten beleuchtet worden. Silvio Moritz, Geschäftsführer der Investor Center Uckermark GmbH, und Rüdiger Thunemann, Geschäftsführer der WITO Wirtschafts- und Tourismusentwicklungsgesellschaft mbH Barnim, gaben einen Überblick zur wirtschaftlichen Situation beider Landkreise.
Danach sind die Unterschiede gravierend, informierte Sabine Endmann, Sprecherin der Agentur für Arbeit. Während die Uckermark und der Oberbarnim mit der Kreisstadt Eberswalde gegen eine hohe Arbeitslosigkeit kämpfen würden, profitiere der Niederbarnim besonders stark von der Nähe zu Berlin. Allein die Pendlerbewegungen seien enorm. Den 15 000 Einpendlern in den Barnim stehen täglich 36 000 Auspendler gegenüber, darunter ein Großteil nach Berlin. In die Uckermark pendeln 5000 Arbeitnehmer ein und es gibt knapp 10 000 Auspendler - teilweise auch nach Berlin. "Aber der Speckgürteleffekt ist schon in Eberswalde bei Weitem nicht mehr so spürbar wie im Bernauer Raum", schätzt Dr. Dagmar Brendel, Sprecherin der Netzwerke und Leiterin der Agentur für Arbeit Eberswalde, ein. Wie es dennoch gelingen könne, die wirtschaftliche Entwicklung des Oberbarnim und insbesondere der Uckermark zu befördern, werde daher vor allen Dingen diskutiert.
Betrachte man die aktuelle Ansiedlung von Unternehmen, so sei festzustellen, dass es sie ebenfalls zuerst in den engeren Ring rund um Berlin ziehe. Ohne Neuansiedlungen von Unternehmen oder Erweiterungsinvestitionen, informiert Sabine Endmann über die Einschätzung der regionalen Wirtschaftsförderung, stelle sich die Perspektive für den Nordosten Brandenburgs schwierig dar. Wie zum Beleg verweist sie darauf, dass erst im Februar die Uckermark im bundesweiten Ranking aller Landkreise und Städte mit 17 Prozent Arbeitslosigkeit den letzten Platz inne hatte.
Das Thema Arbeitsmarktförderung war ein weiterer Punkt der Netzwerkesitzung. Heike Hofmann vom Team Integration in Arbeit der Zukunftsagentur Brandenburg informierte die Netzwerkpartner über die "Perspektive Arbeit - Regionale Projekte für Arbeitslose", ein für ein Jahr geplantes neues Förderprojekt des Landes.
War das Regionalbudget ein von beiden Landkreisen intensiv genutztes Förderinstrument, gibt es das im neuen Förderprogramm nicht mehr. Bei dem neuen Förderprojekt "Perspektive für Arbeit" handelt es sich wiederum um ein aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg finanziertes Projekt. Der Maßnahmezeitraum läuft vom 1. März 2014 bis zum 31. März 2015. Die Netzwerkpartner erhielten einen Überblick zu neuen Förderbereichen und zu bereits beantragten Projekten.