Mit dem Antrag auf eine vollständige Sanierung will der Ortsbeirat die Versickerung des eingeleiteten Abwassers vermeiden. Bereits der Umweltausschuss hatte eine Vertagung empfohlen, nachdem er auf Vorschlag des Ortsbeirates einen Hydrogeologen angehört hatte. Wie Ortsvorsteher Jan Bernatzki in der Ausschusssitzung ausgeführt hatte, gehe es darum, das Havarie-Abwässer ungeklärt in den Boden verklappt würden, da das Becken nach unten nicht abgedichtet sei. Von den bereits erfolgten Sanierungsarbeiten habe der Ortsbeirat erst Mitte 2019 erfahren.
Nach der beim Landkreis beantragten Akteneinsicht, sei die Beschlussvorlage des Ortsbeirates entstanden. Auch der Hydrogeologe unterstrich in der Ausschusssitzung, dass Abwässer aus dem Becken, das nur für die Notaufnahme bei Havarien vorgesehen sei, ungeklärt versickere und damit ein Verstoß gegen EU-Recht vorliege. Er wies aber auch darauf hin, dass weitere Messungen an verschiedenen Stellen erforderlich seien, um die Fließrichtung des Grundwassers und damit auch die Belastung des Trinkwassers zu ermitteln.
Abnahme im Februar
Der mehrheitlichen Empfehlung des Bauausschusses, auch die "andere Seite", also insbesondere die untere Wasserbehörde des Landkreises und den Wasser- und Abwasserverband "Panke/Finow" (WAV) anzuhören, grifft die Stadtverordnetenversammlung auf und vertagte die Entscheidung über den Antrag. In einer Information der Stadtverwaltung wird darauf hingewiesen, dass die Abnahme der Bauarbeiten an dem Becken im Februar 2020 "ohne sichtbare Mängel" erfolgt sei. Weiterhin habe der Verband mitgeteilt, dass eine erweiterte Sanierung des Notauslassbeckens weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll sei. Die Baumaßnahme sei abgeschlossen. Für die erweiterte Saneirung werde mit Kosten in Höhe von mehr als 2,2 Millionen Euro gerechnet. Außerdem würde die bestehende Fläche nicht ausreichen.
Strafanzeige gestellt
In der Stadtverordnetenversammlung gab Bürgermeister André Stahl zudem zur Kenntnis, dass zwischenzeitlich aus Bernau-Waldfrieden Strafanzeige gegen einen Verwaltungsmitarbeiter gestellt worden sei. So lange die Ermittlung laufe, werde dies die Bereitschaft des Mitarbeiters, sich zu äußern, vermutlich verringern.