Die Besuchszeiten sind auf den Vor- und den Nachmittag beschränkt. Mehr als zwei Personen aus einem Haushalt dürfen nicht zum Gespräch erscheinen. Der Besuch ist auf Angehörige beschränkt. Jeder muss einen Fragebogen beantworten. Dabei werden als typisch geltende Covid-19-Symptome abgefragt. So müssen Angehörige beispielsweise die vergangenen 14 Tage vor einem Besuch fieberfrei gewesen sein und dürfen keinen Husten haben.
Wie die Besuche am Besucherfenster ablaufen? Die Bewohner nehmen auf einem Stuhl an einem Tisch im Wintergarten Platz. Auf der anderen Seite des Wintergartens außerhalb der Räume der Einrichtung sitzen die Besucher ebenfalls an einem Tisch. Zwischen Besucher und Bewohner: eine Plexiglasscheibe. Begleitet werden die Gespräche von Ehrenamtlichen, die auf Verhaltensregeln hinweisen. "Die Treffen verlaufen sehr emotional auf beiden Seiten", sagt Daniela Krause. Telefonate und Briefe können vieles ersetzen, aber nicht das Gespräch von Angesicht zu Angesicht, das nun erstmals seit der deutschlandweiten Einführung eines strikten Besuchsverbotes im März möglich ist.
Vereinzelt genutzt würde im Kaisergarten auch das Angebot der Videotelefonie, so Daniela Krause. Eigens dafür wurden Smartphones im Haus angeschafft. Über WhatsApp werden die Gespräche geführt. "Die Reaktionen sind interessant", sagt die Leiterin der sozialen Betreuung. Das Wunder der Kommunikationstechnik – so mancher Bewohner lernt es jetzt kennen.

Nicht jeder einsichtig

Ein Besucherfenster wurde auch an der Senioreneinrichtung Hof am Teich des Arbeiter-Samariter-Bundes in Basdorf eingerichtet. "Die Essenszeiten sind uns heilig", sagt André Mettin, Leiter der Einrichtung. Entsprechend finden auch in Basdorf die Gespräche am Vor- und Nachmittag statt. An einem Fenster in der Nähe des Speiseraums dürfen sich Bewohner und Besucher nach vorheriger telefonischer Anmeldung begegnen. Dafür haben Mitarbeiter Stuhl und Tisch drinnen sowie draußen ans Fenster gerückt. Jeglicher physischer Kontakt ist nicht gestattet. Auf einen Mindestabstand von anderthalb Metern ist zu achten, zudem muss jeder Besuch einen Mundschutz tragen. "Leider ist nicht jeder Besucher einsichtig", so die Erfahrung von André Mettin. Dabei muss bedacht werden, dass die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen nach wie vor zur Corona-Risikogruppe zählen.
Der Leiter der Einrichtung in Basdorf hätte sich einen längeren Vorlauf gewünscht: Am Freitag wurden die Lockerungen für das strikte Besuchsverbote beschlossen, ab Samstag hätten sie gelten sollen. "Das hat am Wochenende für viel Unruhe gesorgt", so André Mettin. Am Besucherfenster wird in Basdorf nun erst einmal weiter festgehalten. Nach jedem Besuch werden Stuhl, Tisch und Scheibe desinfiziert.
"Es ist ein großer logistischer Aufwand", sagt Angela Matthes, Leiterin des Seniorenpflegeheims Eichenhof in Panketal. Besuche sind in der Einrichtung seit Montag in ausgewiesenen Besucherzonen möglich – das Wochenende wurde zur Vorbereitung von Maßnahmen genutzt. Zwei bis drei Gespräche können zeitgleich im Garten stattfinden, in der Cafeteria ist nur Platz für ein Gesprächspaar. Hygienische Vorschriften werden auch hier genau eingehalten: Mindestabstand von anderthalb Metern, Mundschutz und Desinfektionsmittel. Damit Infektionsketten im Zweifelsfall nachverfolgt werden können, werden Kontaktdaten von allen Besuchern erfasst. Und es gilt: Besucher sollen während ihrer Zeit im Seniorenpflegeheim keinen Kontakt zu weiteren Bewohnern oder mehr als einem Mitarbeiter im Haus haben.
Seit etwa 14 Tagen wird eine weitere Möglichkeit des Austausches in der Einrichtung in Panketal angeboten: Während Bewohner auf einem Balkon in der ersten Etage stehen oder sitzen, können Angehörige im Garten Platz nehmen. "So haben wir einen 90. und einen 80. Geburtstag gefeiert", erzählt Angela Matthes.

Besuche im Bewohnerzimmer

Seit Montag sind Besuche von nahen Angehörigen am Vor- und Nachmittag auch im Pflegeheim Biesenthal der Volkssolidarität möglich. Wer einen Bewohner besuchen möchte, muss sich einen Tag im Voraus telefonisch anmelden. Die Besuche können im Bewohnerzimmer oder im Garten stattfinden. Im Garten können bis zu zwei Personen zum Gespräch erscheinen. Sie müssen Mundschutz und Handschuhe tragen und sich an einen Mindestabstandes von anderthalb Metern halten. Für die Besuche im Haus gelten besondere Regelungen, neben den strengen Hygienevorgaben. So kann pro Bewohner eine Kontaktperson bestimmt werden, die als einzige das Haus betreten darf. "Damit Infektionsketten nachvollziehbar bleiben", erklärt Heimleiterin Regina Fischer. Zugleich räumt sie ein, dass nicht kontrolliert werden könne, was auf den Zimmern passiert. Es ist ein Appell an die Vernunft in der Hoffnung, dass niemand Angehörige gefährden möchte.