Die Erhebung des Ist-Zustandes fand bereits zwischen Oktober 2013 und Mai 2015 flächendeckend statt. Schwerpunkte waren dabei das jeweilige Profil der Kindertagesstätte (Einzugsbereich, Kooperationen, Personal und Bildungsergebnisse). Darüber hinaus wurden insgesamt elf Bereiche untersucht. Dazu gehörten etwa die pädagogische Konzeption, Reflexion und Dokumentation, die Raumgestaltung sowie das Selbstverständnis der Erzieher. Eine Rolle spielten aber auch die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft sowie die Gestaltung der Übergänge zur Schule.
Insgesamt bescheinigten die Experten den Einrichtungen gute Ergebnisse. Demnach erfüllen immerhin 57 von 118 Kindertagesstätten mehr als 75 Prozent der gesetzten Standards. Dies sei ein zufriedenstellender Wert, auf dem man aufbauen könnte, hieß es. Lediglich zehn Einrichtungen erfüllten weniger als 50 Prozent der Standards.
Von den 118 Kindertagesstätten befanden sich 64 in öffentlicher und 53 in freier Trägerschaft. Davon waren zwei Kindergärten, 59 Kindertagesstätten für Krippen- und Kindergartenkinder sowie 36 Kindertagesstätten für Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder. Hinzu kamen 21 Horte.
Die meisten Einrichtungen, nämlich 54, verfügten über bis zu 150 Plätze. Eine Kindertagesstätte hatte sogar mehr als 500 Mädchen und Jungen. Die Betreuung erfolgte im Krippen- und Kindergartenbereich überwiegend in altershomogenen, festen Gruppen. 16 Einrichtungen arbeiten gruppenoffen und altersgemischt. Pädagogisch wird nach den Grundsätzen der elementaren Bildung des Landes Brandenburg gearbeitet.
Die meisten Kooperationspartner sind andere Einrichtungen (46 Prozent). Es folgen regionale Partner wie Musikschule, Feuerwehr, Förster (43 Prozent) und Vereine (36 Prozent). Unternehmen sind zu einem Fünftel Partner der Kindertagesstätten.
Die Hälfte der Einrichtungen beteiligt sich am Projekt "Erneuer:Bär", 49 Prozent sind es beim "Haus der kleinen Forscher". Gut ein Drittel bekommt Unterstützung durch Logopäden, 26 Prozent durch Ärzte und Psychologen. Die Frühförder- und Beratungsstellen nutzen 25 Prozent der Einrichtungen, das Jugendamt ist in 13 Prozent mit im Boot.
Im Durchschnitt werden im Landkreis Barnim 73 Prozent der Standards erfüllt. Spitzenreiter sind die Einrichtungen in Panketal mit 86,5 Prozent. Ebenfalls über dem Durchschnitt liegen Bernau (76,7 Prozent), Werneuchen (75,5 Prozent, Biesenthal-Barnim (74,3 Prozent) sowie Eberswalde (73,6 Prozent). Unterdurchschnittlich wurden Joachimsthal (71,4 Prozent), Wandlitz (70,3 Prozent) sowie Britz-Chorin-Oderberg und Schorfheide (jeweils 68,7 Prozent) bewertet. Schlusslicht ist die Gemeinde Ahrensfelde mit 64,1 Prozent. In 7,5 Prozent der Einrichtungen sieht die Erhebung "dringenden Handlungsbedarf".
Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke zeigt sich enttäuscht, kritisierte aber auch den Kreis. "Die Erhebung zu veröffentlichen, ohne genau zu sagen, was dahinter steht, ist eine Katastrophe", so der Christdemokrat. Die Ergebnisse sollen nun ausgewertet werden.