Die Idee wurde eigentlich schon im Jahr 2010 geboren, als man das heutige Autobahndreieck Barnim plante. "Wir ahnten nach dem Blick in die Unterlagen, was auf uns zukommt", erinnert sich Thomas Bielicke und meint damit viel Arbeit nach Unfällen. Schließlich setzten sich die Feuerwehren aus Bernau, Ahrensfelde, Berlin, Mühlenbeck und Panketal - sie haben regelmäßig in dem Bereich zu tun - an einen Tisch und überlegten, wie die Baustelle sicherer gemacht werden kann.
Auch Jörn Müller von der Feuerwehr Fürstenwalde war dabei. Er hatte gerade an der A12 ein ähnliches Projekt verwirklicht. "Unsere Idee war es, in bestimmten Abständen farblich gekennzeichnete Stangen aufzustellen", so der Panketaler Gemeindewehrführer. Anrufer könnten so besser beschreiben, in welchem Abschnitt sich ein Unfall ereignet hat, die Leitstelle sei in der Lage, rasch die zuständige Wehr zu alarmieren.
"In der Umsetzungsphase hat es dann leider gehakt", räumt Bielicke ein. So richtig fühlte sich niemand zuständig, auch finanzielle Mittel fehlten. Während des Baus des Autobahndreiecks gab es zwar Unfälle, "glücklicherweise ist aber weniger passiert als wir gedacht haben".
Doch das Problem blieb. Bielicke weiß beispielsweise von einem Unfall zu berichten, zu dem die Bernauer Feuerwehr wegen unklarer Angaben erst nach 50 Minuten eintraf. "Das ist einfach unzumutbar", so der Gemeindewehrführer.
Irgendwann fiel dem Feuerwehrmann die Idee wieder ein. Mit Hilfe der SPD-Landtagsabgeordneten Britta Stark wurde im Oktober vergangenen Jahres ein Termin beim Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung vereinbart. Dort war man von dem Projekt durchaus begeistert, Geld ließ sich zunächst aber nicht auftreiben. Das Thema wanderte schließlich ins Innenministerium und beschäftigt seitdem die dortigen Beamten.
Im Frühjahr landete dann die Ausschreibung des Verbandes öffentlicher Versicherer auf Bielickes Schreibtisch. Dieser suchte bundesweit "Beispiele für eine innovative Technik oder Taktik, mit deren Hilfe Personen- oder Sachschäden vermieden oder verringern werden können". Die Panketaler beteiligten sich mit ihrem Projekt und konnten die Jury letztlich überzeugen. Am 12. November werden Cordula Ditz von der Gemeindeverwaltung sowie Burkhard Evert und Thomas Bielicke zur Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes nach München reisen und den 1. Preis abholen. Dieser ist übrigens mit 5000 Euro dotiert, das Geld soll für das Projekt eingesetzt werden. "Ein paar Plastikteile, die auf die Leitplanken geklickt werden - eine kostengünstige Variante, um möglicherweise Leben zu retten", findet Bielicke. Nun hofft er, dass man auch in Potsdam aufwacht.