Im Februar bereits haben Abiturienten des Paulus-Praetorius-Gymnasium Bernau damit begonnen, einen Kurzfilm zu drehen. Es geht um Zivilcourage und Rassismus. Und sie waren fast fertig, doch dann kam Corona. "Es fehlt nur noch eine Szene", sagt Emilie John. Wann weiter gedreht werden kann – das ist aktuell die Eine-Million-Dollar-Frage. "Wir hoffen, dass es bald klappt", sagt Chris Greunke, Geschäftsführer des Humanistischen Regionalverbandes Nordbrandenburg (HVB). Der HVB ist zugleich Begleiter des Bundesprojektes "Demokratie leben", dem sich die Stadt Bernau im vergangenen Jahr angeschlossen hat. Im Rahmen des Projektes ist nun der Film entstanden.

Alltagsrassismus in der Schule

Die Idee dazu ist bei einem Treffen des Bernauer Jugendforums entstanden, zu dem Greunke im letzten Sommer eingeladen hatte. Emilie John war von Beginn an dabei. Später entwickelte sie mit zwei Mitschülerinnen ein Drehbuch, dann ging es los.
Dass sich der Film um Zivilcourage dreht, ist kein Zufall. "Alltagsrassismus haben wir auch in der Schule erlebt", gesteht die 17-Jährige. "Und es ist gar nicht leicht, dann dazwischen zu gehen und den Leuten die Stirn zu bieten, wenn sie jemanden beleidigen, der eine andere Hautfarbe hat oder wenn sie Judenwitze machen", erzählt Emilie John.
Gedreht wurde ausschließlich in Bernau. Im Freizeithaus Yellow, im Stadtpark, in der Schule. Eine Szene spielt zudem in einem Bus der Barnimer Busgesellschaft. "Da sind wir sehr dankbar, dass das geklappt hat", sagt Projektbegleiter Chris Greunke. Für Kamera und Technik konnte er Julius Witt gewinnen, einen Bekannten, der selbst Film-Profi ist.
Fünf Drehtage lief alles glatt. Als dann Ende März, kurz vor dem finalen Dreh, Corona dazwischenfunkte, war der Frust bei allen Beteiligten groß. Vor allem bei den Schülerinnen. Denn sie hatten das Filmprojekt als fünfte Prüfungsleistung für ihr Abitur angemeldet. Doch das Praetorius-Gymnasium zeigte sich gnädig: Sie akzeptierten einen Rohschnitt und eine schriftliche Ausarbeitung. Ein erstes Happyend also. Und ein Happyend für den Film soll ebenfalls folgen. Nur wann, ist eben noch offen.