Die Ahrensfelder sind fest entschlossen, die geplante Ortsumgehungsstraße zu verhindern. An die 800 Menschen kamen am Sonnabend zu der Protestdemonstration, die die Bürgerinitiative organisiert hatte.
Eine Schnellstraße in elf Metern Höhe – damit sich die Leute vorstellen können, was auf sie zukommt, wenn die Pläne der Länder Berlin und Brandenburg Wirklichkeit werden, hat die Bürgerinitiative hinter dem Netto-Markt an der Feldstraße einen elf Meter hohen Turm aufgebaut und darauf ein Autowrack gestellt. Mitten in dem Grünstreifen, der dann auch verschwinden wird. Ortsvorsteher Peter Hackbarth macht den etwa 800 Protestierenden klar, was die neue Umgehung für Ahrensfelde bedeuten würde. „Eine Mauer ist 1989 in Berlin eingerissen worden. Jetzt soll eine neue Mauer gebaut werden, die zwischen Ahrensfelde und Berlin“, ruft er durchs Megaphon und kündigt an: „Wir werden bis zum Ende kämpfen, um diesen Wahnsinn zu verhindern“.
Auch Oda Formazin von der Bürgerinitiative ist wütend: „Dafür sind die Politiker verantwortlich“, sagt die Barnimer Kreistagsabgeordnete. „In Berlin und Potsdam werden Paläste gebaut und hier in Ahrensfelde wird die Landschaft verschandelt.?.?.“
Das Lied „Weiß Du, weil viel Sternlein stehen?“ haben die Ahrensfelder umgedichtet. Und so singen sie: „Weißt Du, wie viel Desinteresse die da oben für uns aufbringen? Lasst Ihr uns weiter im Regen stehen, wird durch den Ort noch mehr Protestwind wehen. Und wir werden nicht nur singen.?.?.“
Dann ziehen sie los – von der Feldstraße über die B 158 zum Rathaus. Dort ist ein Modell aufgebaut, dass sich die Bürgerinitiative von Mitstreitern aus Marzahn-West ausgeborgt hat. Interessierten erklärt Siegfried Hendrich, welche Folgen die favorisierte Variante 2 der Ortsumgehung hat: „Wenn der Verkehr aus Mehrow über die elf Meter hohe Straße führt, hat der Schall ungehindert die Möglichkeit, sich über den ganzen Ort zu verteilen“, sagt er. Das leuchtet den Besuchern ein. Viele schreiben sofort ihre Einwände gegen die Variante nieder. Nur noch bis Dienstag können sie sie im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens einbringen.
Die Gemeinde hat das schon getan – in einem 15 Seiten langen Schreiben, sagt Bürgermeister Wilfried Gehrke. Auch er gehört an diesem Sonnabend zu den Protestierenden.