Mit dieser Entscheidung soll die Zahl von Hundebissvorfällen ab-, die Sauberkeit auf Wegen und in Grünanlagen dagegen zunehmen.In Panketal gibt es etwa 1800 Hundehalter. Die jährliche Hundesteuer beträgt 46 Euro für den ersten Hund. Die Ermäßigung muss beantragt werden. Dabei ist der entsprechende Sachkundenachweis – der Hundeführerschein – vorzulegen.
Vor der Abstimmung über die Ermäßigung plädierten mehrere Gemeindevertreter für eine gleichzeitige moderate Anhebung des Steuersatzes. Auch wenn Steuereinnahmen nie an einen bestimmten Zweck gebunden sein dürfen, könnten mit den Mehreinnahmen beispielsweise weitere Abfallkörbe aufgestellt werden. Panketal rangiere zudem bei der Hundesteuer deutlich hinter Bernau. Zum Vergleich: in Bernau sind es 60 Euro, in Wandlitz 33 Euro, in Ahrensfelde und Werneuchen (außer Weesow) 30 Euro, in Schorfheide 26 Euro und in Biesenthal 25 Euro (jeweils erster Hund). So argumentierten Hans-Joachim Bernhardt (CDU) und Peter Pick (FDP), dass es sinnvoller sei, die Hundesteuer für mehr Sauberkeit in der Gemeinde zu verwenden, als damit einen Hundetrainer zu bezahlen.
„Wir wollen ein positives Signal für alle setzen, die sich um ihren Hund kümmern“, hielt Zepernicks Ortsvorsteherin Britta Stark (SPD) dem entgegen. Viele Hunde seien schlecht erzogen. Würde die Ermäßigung mit einer Steuererhöhung verknüpft, sei dies kontraproduktiv. Außerdem seien es meist alleinstehende ältere Mitbürger, die mit ihrem Hund spazieren gehen. Sie hätten unter der höheren Steuer am meisten zu leiden. Den letzten Punkt schätzt Michael Wetterhahn (Linke) ähnlich ein. Darüber hinaus erinnerte er daran, dass die Beseitigung des Hundekots eigentlich keine Aufgabe der Gemeinde sei, sondern dem Hundehalter obliege.
Bei der Ermäßigung gehe es nicht allein um die Sauberkeit, erinnerte Bürgermeister Rainer Fornell (SPD). Mit dem Hundeführerschein sollen Konflikte (Knurren, Bellen, Anspringen) oder Bissvorfälle vermieden werden, wobei Bissattacken unter Hunden viel häufiger seien, als dass Menschen zu Schaden kämen. Der Beschluss solle für eine verbesserte Akzeptanz von Hundehaltern sorgen.
Während acht Gemeindevertreter dafür plädierten, die Angelegenheit noch einmal zurückzustellen und eine Erhöhung der Hundesteuer einzuarbeiten, lehnten dies zwölf Abgeordnete ab. Die Ermäßigung für Hundeführerscheinbesitzer fand dagegen eine große Mehrheit.
In Eberswalde stieß dies bereits auf Beifall. „Das ist eine tolle Sache“, sagte Rathaussprecherin Britta Stöwe. Eberswalde hatte angesichts vieler Beschwerden über Hundehaufen 2008 einen anderen Weg eingeschlagen. Dort wurde dafür ein extra Fahrzeug angeschafft. Das Ergebnis: Bei den alljährlichen Einwohnerversammlungen habe es keine Beschwerden mehr gegeben.