Nicht ganz zehn Jahre ist es her, dass sich der Landkreis entschieden hat, den touristischen Radwegebau zu fördern. Jetzt sind im Ausschuss A 4 Ergebnisse zur Frequentierung der Wege und ihres wirtschaftlichen Nutzens vorgelegt worden. Außerdem ging es umdie Weiterentwicklung des Radwegenetzes.
Es macht kaum Geräusche, braucht kein Benzin oder Diesel. Es lässt einen weiten Blicküber die märkische Landschaft zu und hat obendrein einen unbezahlbaren Trainingseffekt. Radfahren macht Spaß und ist „in“. So kann man den Initiatoren einen „guten Riecher“ bescheinigen, denn die Investitionen in die Radwege haben Geld in dieRegion gebracht. Das zumindest geht aus dem Sachstandsbericht hervor, der dem Ausschuss 4 des Kreistages, der für Territorialplanung, Bauen und Wohnen, Gewerbe und Wirtschaft zuständig ist, in seiner jüngsten Sitzung vorgelegt worden ist.
Vorrangig im Blick sind zunächst die durch den Barnim führenden Strecken des Fernradwanderweges Berlin-Usedom und des Regionalradweges Oder-Havel. Vier Zählstellen sind dort installiert worden, in Bernau, Eichhorst, Finowfurt und Zerpenschleuse.
Sie ergaben für 2010 insgesamt 166 943 gezählte Radwanderer. 90 Prozent davon sind in der Saison vom 1. April bis 31. Oktober unterwegs. Das erscheint, selbst unter der Annahme, dass einige bei einer Radtour doppelt erfasst wurden, als recht beachtlich. Auf die einzelnen Zählstellen teilt sich das wie folgt auf: Bernau 66 074 gesamt / Tagesmaximalwert 608, Eichhorst 24 792/601, Finowfurt 55 147/953 und Zerpenschleuse 20 930/267.
Gemessen daran, dass Radtouristen unterwegs pausieren, um sich zu stärken, gegebenenfalls kulturelle Einrichtungen besuchen oder aber auch an der Strecke übernachten sind sie auch eine bedeutende Wirtschaftskraft.Nach Auskunft von Michael Pitrowski vom Strukturentwicklungsamt des Landkreises kommen auf einen Euro, der in die Radwege investiert wurde,Ausgaben der Fahrradtouristenvon 4,1 bis 7,9 Euro, je nach Art des Ausbaus und Länge der Neubaustrecke.
Wie die Ausschussmitglieder erfuhren, plant manbei der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH die Zählung an den Radwegen fortzusetzen. Der Landkreis werde die Radzählstellen in Eichhorst und Finowfurt, die teilweise schon von ihm finanziert worden waren, übernehmen und bis 2014 dort die Radwanderer zählen. Die jährlichen Kosten, die dafür entstehen, belaufen sich auf rund 2380 Euro.
Künftig werde es zwar im großen Stil keinen Neubau von Radwegen geben, dennoch soll die Pflanze des Radwandertourismus gehegt und gekräftigt werden.Bis 2015 geht es insbesondere um die Zusammenführung regionaler Wanderwege. „Einige Wege sind überholt, woanders hat sich vieles geändert. Deshalb ist eserforderlich, dieseregionalen Routen neu zu überplanen.“ Dazu gehöre auch, dass man in aufwändiger Kleinarbeit die Abstimmung mit den Kommunen sowie die Beschilderung der Weg vornimmt, so Pitrowsk. Nach derzeitigem Stand sind bis 2015 dazu jährlich 10 000 Euro vorgesehen.
Dieses Vorhaben stieß im Ausschuss allgemein auf wohlwollende Zustimmung. Maria Brandt, Ausschussmitglied und Ortsvorsteherin von Schönwalde, findet es gut, dass man bestimmte Netze zusammenführen will. „Das ist wirklich eine sinnvolle Aufgabe“, sagte sie und hält die dafür erforderlichen Ausgaben auch für gerechtfertigt.
Im Rahmen der Umsetzung der Vier-Wege-Konzeption (Radwege) will man sich in der Barnimer Feldmark dem Weg von Ahrensfelde nach Werneuchen (44 Kilometer), den Zubringer von Ahrensfelde zur Tour Brandenburg über Mehrow und Blumberg sowie zwei Strecken in der Schorfheide widmen. 2013 stehen die Hebewerk-Radwege I und IIauf dem Programm und 2014 will man sich um den Naturpark-Barnim-Meridian kümmern. Der führt von Hohenschönhausen/Ahrensfelde über Gorinsee, Prenden und Ruhlsdorf nach Marienwerder.Das zweite Projekt dieses Jahres soll die Eiszeittour sein. Diese ist ein Rundkurs, der in Bernau beginnt, mit Stationen wie Biesenthal, Eberswalde, Chorin, Parstein, Hohensaaten, Oderberg oder Niederfinow.
Die Heidekrauttour steht schließlich 2015 im Fokus. Auch hier ist an einen Rundkursgedacht. Der führt von Bernau über Buch, Oranienburg und Wandlitz nach Bernau. Das zweite Vorhaben soll die Bauerntour oder eine neue Route sein.