Zu Wochenbeginn sei es immer am Schlimmsten, erzählt Manfred Tischler. Der 76-Jährige ist Anwohner der Eichenallee in Zepernick. Regelmäßig ärgert er sich über den abgeladenen Müll am Containerstandort Eichenallee Ecke Schönerlinder Straße. Dort steht neben Glascontainern von Remondis ein Kleidercontainer von Versero. Ein Foto aus der vergangenen Woche hat der Rentner der MOZ zur Verfügung gestellt. Darauf zu sehen: Haufenweise Tüten aus denen Altkleider quellen. Aber auch: Gelbe Säcke, Milchpakete, Joghurtbecher. Was er dort nicht schon alles entdeckt habe, sagt der Zepernicker. Und zählt dann auf: Autoreifen mit Felgen, alte Computer. „Was sind das eigentlich für Leute, die so etwas machen?“, fragt er.

Müllproblem hat sich nur verlagert

Darauf hat auch Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke keine Antwort. Doch er weiß: „Tüten vermehren sich, Dreck vermehrt sich.“ Gegenüber von Kleidercontainer und Glascontainer standen einst Papiercontainer. „Es sah aus wie in einer Papierfabrik“, erinnert sich Manfred Tischler. Seit die Container vor etwa fünf Jahren weggekommen seien, habe sich das Müllproblem vor allem auf die Fläche um den Kleidercontainer und hinter die Glascontainer verlagert, berichtet er.

Ratten an den Containern

Regelmäßig setzt sich der 76-Jährige mit dem Ordnungsamt der Gemeinde in Verbindung. Einmal die Woche fegt er den Müll zusammen, der an manchen Tagen selbst auf der Straße liegt. Eine Zeit lang habe er den Unrat Zuhause entsorgt, es dann aber aufgrund der Menge sein lassen. „Das kann auch nicht die Lösung sein“, findet er. Für Manfred Tischler ist die Sache klar: Der Kleidercontainer muss weg. Eine neue Eskalationsstufe hatte das Problem für ihn erreicht, als er Ende August nachts aus dem Urlaub zurückkam. Im Scheinwerferlicht seines Autos habe er an den Containern Ratten gesehen. „Hier leben auch Kinder“, betont er. „Wer kann so etwas verantworten?“

15 Kleidercontainer gehören der Gemeinde Panketal

In Panketal gibt es insgesamt 15 Kleidercontainer auf gemeindeeigenen Flächen, wie zum Beispiel am Rathaus. Hinzu kommen weitere Container auf Privatgrundstücken. Diese stünden in der Regel auf Parkplätzen von Einkaufsmärkten, informiert Martin Loboda vom Ordnungsamt der Gemeinde.
Um einen Kleidercontainer aufstellen zu dürfen, bedarf es einer Erlaubnis. Für 2020 hat die Gemeinde die Erlaubnis für die 15 Standorte an zwei Unternehmen erteilt. Von Versero stehen 13 Kleidercontainer in Panketal. Den Standort an der Eichenallee Ecke Schönerlinder Straße hat das Unternehmen erst Anfang des Jahres übernommen. Dieser Standort werde regulär einmal in der Woche sowie nach Bedarf angefahren, teilt Michael Wilhelm, Betriebsleiter von Versero, auf Anfrage mit. Nach Bedarf? Soll heißen: Wenn das Ordnungsamt der Gemeinde das Unternehmen telefonisch oder per E-Mail darauf hinweist, dass der Standort immer wieder vermüllt ist.

Umfeld unverzüglich zu säubern

Doch wer ist für die Beseitigung des Mülls im Umfeld des Containers verantwortlich? „Die Erlaubnis für das Aufstellen des Kleidercontainers wurde mit der Auflage verbunden, dass der Erlaubnisnehmer entstandene Verunreinigungen im Umfeld des Containers unverzüglich nach Bekanntwerden beseitigt“, erklärt Martin Loboda. Zugleich schränkt er ein: Aus rechtlichen Gründen betrifft das nur unerlaubt abgelegte Altkleider. „Sonstige illegale Abfallablagerungen entsorgt die Gemeinde“, so der Ordnungsamtmitarbeiter.
Der Versero-Betriebsleiter sagt: Im Zweifelsfall nehme sein Unternehmen alles mit, nicht nur die Altkleidung. Die Verwaltung bestätigt das. Für den Entsorgungsfachbetrieb Versero heißt das: zusätzliche Kosten. Diese Kosten seien in den vergangenen Monaten exorbitant gestiegen, teilt Michael Wilhelm mit.

Umgestaltung des Platzes als letzter Schritt

Und was heißt all das nun für den Containerstandort Eichenallee Ecke Schönerlinder Straße? Maximilian Wonke hat den Fachdienst Öffentliche Ordnung angewiesen, gemeinsam mit dem Erlaubnisnehmer Alternativstandorte für den Kleidercontainer zu prüfen. Für Manfred Tischler könnte das heißen: Der Kleidercontainer kommt weg. Wenn das Problem mit dem Müll trotzdem bestehen bleibt, müssen vielleicht im nächsten Schritt auch die Glascontainer verschwinden und der Platz umgestaltet werden. Denn wie so oft gilt auch hier: Das Gegenteil von gut ist bloß gut gemeint. Der Standort an der Eichenallee Ecke Schönerlinder Straße ist umzäunt, der Zaun bewachsen. Die Ecke ist schlecht einzusehen und weist recht wenig Publikumsverkehr auf. Gerade aufgrund ihrer Anonymität könnte sie zum illegalen Abladen von Müll einladen.