Der größte Abstrich ist, dass die geplanten Verstärkerzüge nicht an allen Bahnhöfen entlang der Strecke halten, wenn sie zwischen Werneuchen und Berlin unterwegs sind. Ausgelassen werden drei Haltepunkte: Ahrensfelde Friedhof, Ahrensfelde Nord und Blumberg-Rehhahn. Wer hier einsteigen will, muss weiterhin die Züge des Grundtaktes nutzen. Und die fahren alle 60 Minuten.

Erklärung des VBB

Die Frage, warum die Verstärkerzüge dreimal nicht halten, lässt sich schnell beantworten: weil die Uhr tickt. "Nur durch das Auslassen der Halte kann ein stabiler 30-Minuten-Takt gewährleistet werden", sagt Joachim Radünz vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB).
Entscheidend für die Zeit-Taktung der Linie, die derzeit von der Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB) betrieben wird, ist der Abschnitt zwischen Werneuchen und dem Biesdorfer Kreuz. Ab 2024, wenn in Blumberg der geplante zweite Bahnsteig existiert, können hier zwei Züge unterwegs sein. Aber das Zeitfenster ist begrenzt. Nach Rechnung des VBB darf die Fahrzeit zwischen Biesdorfer Kreuz und Blumberg die 15-Minuten-Marke nicht überschreiten. Und das ist nur möglich, wenn die Haltepunkte Ahrensfelde Friedhof, Ahrensfelde Nord und Blumberg-Rehhahn ausgelassen werden, heißt es.
Die Sache mit den Haltepunkten ist aber nicht die einzige Einschränkung, was die geplante Taktverdichtung angeht. Eine weitere betrifft die Zeiten, in denen der 30-Minuten-Takt angeboten wird. Es gilt: nur an Werktagen, nicht am Wochenende. Und auch nur zwischen 6 und 20 Uhr.

Nicht bis Ostkreuz

Außerdem verkehren die Verstärkerzüge nicht, wie beim RB25 sonst üblich, bis Berlin-Ostkreuz. Für sie ist schon in Lichtenberg Endstation. Die Weiterfahrt sollte aber zügig gehen. "In Berlin-Lichtenberg besteht unmittelbar Anschluss an die Züge der Linie RB24 in Richtung Ostkreuz, Schöneweide und Flughafen BER", sagt VBB-Sprecher Radünz.
Hört man sich in Wernechen und Ahrensfelde um, ist das Echo auf die Taktverstärkung geteilt. Sie wird zwar begrüßt, doch es gibt auch Kritik. Der eine Kritikpunkt betrifft den zweiten Bahnsteig, der in Blumberg zur Zugkreuzung gebraucht wird. Das Problem hier: Es gab diesen zweiten Bahnsteig bis 2018 noch. Doch er wurde von der Bahn im Zuge einer Modernisierung abgebaut. Das liegt daran, das die Pläne der Bahn im Falle einer Taktverdichtung beim RB25 damals noch anders aussahen. Seinerzeit war eine sogenannte Tandem-Lösung im Gespräch. Heißt: Es gibt an einem Gleis gleich zwei Bahnsteige – und per Weichenverbindung können sich die Züge begegnen. Diese Tandem-Lösung wurde aber offenbar wieder verworfen.
Der andere Kritikpunkt betrifft den Zeitrahmen. "Es hieß mal 2022", schreibt eine Userin in der Facebook-Gruppe "Werneuchen-Info". Gemeint ist der Zeitpunkt, ab wann der 30-Minuten-Takt realisiert wird. Und damit hat sie Recht. Die Landesregierung hatte 2018 verkündet, bei der RB25 solle ab 2022 ein Halbstundentakt gelten.
Warum nun die Verzögerung? Aus dem Ministerium für Infrastruktur heißt es auf Nachfrage: "Die Taktverdichtung nach Werneuchen ist im Landesnahverkehrsplan 2018 als Planung für das Zielnetz 2022 enthalten", bestätigt Sprecher Lothar Wiegand. Als Gründe, warum die Taktverdichtung nun erst 2024 erfolgen kann, nennt er zwei: die Bauzeit für den zweiten Bahnsteig in Blumberg und die Beschaffung zusätzlicher Fahrzeuge. Auf der Linie sollen, wie die MOZ erfuhr, künftig elektrische Züge verkehren (siehe Infokasten).

Elektrischer Antrieb statt Dieselmotoren


In Brandenburg und Berlin sind bislang auf vielen Regionalbahn-Strecken Züge mit Dieselmotoren unterwegs, auch beim RB25. Künftig soll es auf mehreren Linien klima-freundlicher zugehen.

Statt Dieselzügen sollen im Zuge der geplanten Taktverdichtung ab 2024 elektrische Züge mit Batteriespeicher zum Einsatz kommen.

Auf der RB25-Linie ist der Abschnitt zwischen Berlin-Lichtenberg und dem Biesdorfer Kreuz mittels Oberleitung elektrifiziert, der Abschnitt von dort nach Werneuchen nicht. Hier speist sich der Energiebedarf des Zuges dann aus dem Akku. red