Eberswalde. Die Einsätze im Rettungswesen steigen, die Hilfsfristen können dagegen immer weniger eingehalten werden. Mit kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen will der Landkreis Barnim dies ändern.
Im Jahr 2016 war über den Rettungsdienstbereichsplan zuletzt „nachgesteuert“ worden, dann drohte der Zusammenschluss mit der Uckermark. Neue Überlegungen wären erforderlich geworden, daher gab es zunächst keine Veränderungen oder Anpassungen beim Konzept. „Nun müssen wir aber handeln“, sagte die Leiterin des kreislichen Ordnungsamtes, Ilka Zerche-Roch, im Ausschuss für Gesundheit, Senioren und Soziales des Kreistages Barnim. Nach ihren Angaben wird es ein zweistufiges Verfahren geben. Zunächst sollen kurzfristig umsetzbare Sofortmaßnahmen ergriffen werden. Nachdem die brandenburgische Rettungsdienstplanverordnung vorliegt – damit rechnet man im April – wird das Konzept noch einmal überprüft. Die 4. Fortschreibung des Rettungsdienstbereichsplans soll dann im Dezember vom Kreistag Barnim beschlossen werden.
„Im vergangenen Jahr sind die Hilfsfristen in 7,14 Prozent der Einsätze überschritten worden“, sagte Ordnungsamtsmitarbeiter Dirk Wagner. Ein Rettungswagen müsste jedoch 15 Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort eintreffen. In 71 Prozent der Fälle gebe es „Duplizitäten“. Die bedeute, dass im jeweiligen Rettungsbereich ein Einsatz noch nicht abgearbeitet ist, während es bereits einen neuen gibt. Darüber hinaus verzögerten auch Verkehrsbehinderungen sowie schlechte Witterungsverhältnisse die Anfahrt. „Unser Ziel ist es, wieder deutlich unter fünf Prozent zu kommen“, betonte Ilka Zerche-Roch. Seit 2010 ist die Zahl der Einsätze laut Kreisverwaltung um 33 Prozent gestiegen.
Folgende Maßnahmen werden ergriffen: In der Wache Basdorf wird der zweite Rettungswagen (RTW) an allen Tagen 24 Stunden zur Verfügung stehen. Bisher waren es lediglich 16 Stunden. Im bisherigen Rettungswachenbereich Bernau gibt es einen zusätzlichen vierten RTW am Standort der Feuerwehr Zepernick (an allen Tagen für zwölf Stunden). Damit verbunden ist die Ausweisung eines neuen Rettungswachenbereiches Zepernick, der Bernauer Zuschnitt ändert sich damit.
Auch an der Rettungswache Seefeld gibt es Veränderungen. Der zweite RTW ist dort bisher von Montag bis Freitag jeweils für zwölf Stunden stationiert. Künftig kann er auch am Sonnabend und Sonntag zu Einsätzen ausrücken (auch jeweils zwölf Stunden).
Darüber hinaus soll die Notfallrettung entlastet werden, indem die Krankentransporte aus dem Aufgabenbereich der Rettungswagen herausgelöst werden. Ein entsprechendes Fahrzeug wird rund um die Uhr an der Rettungswache Eberswalde-Ost stationiert. Notarztstandorte bleiben weiterhin Eberswalde und Bernau.
Ordnungsamtsleiterin Ilka Zerche-Roch verwies zudem auf die gute Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten in Berlin und im Landkreis Oberhavel. „Im Zweifelsfall kommt auch ein Hubschrauber“.
Der Ausschuss votierte einstimmig für die Vorlage. Das letzte Wort hat der Barnimer Kreistag am 6. März.