Beinahe zwei Wochen nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine dauern die kriegerischen Handlungen weiter an. Derweil steigt die Zahl der Geflüchteten, die Deutschland erreichen, täglich. Die Kreisverwaltung Barnim rechnet aktuell mit bis zu 4.000 Geflüchteten, die im Landkreis Schutz suchen werden.
„Der Ausbruch des Krieges und die Bilder, die uns seitdem aus der Ukraine erreichen, sind nur schwer zu ertragen“, erklärt Daniel Kurth, Landrat des Landkreises Barnim. „Den Geflüchteten, die uns jetzt erreichen, unverzüglich Hilfe zukommen zu lassen, hat jetzt höchste Priorität. Eine zentrale Aufgabe für den Landkreis ist es, die erforderlichen Kapazitäten zur Unterbringung zu schaffen.“

Unterbringung für Flüchtlinge aus der Ukraine im Barnim gesucht

Am Mittwoch, 9. März, kamen die Verwaltungsspitzen des Landkreises, der Landrat und die Verantwortlichen des Ukraine-Stabs im Barnim zusammen, um sich über die aktuelle Lage auszutauschen. Wichtigste Aufgabe sei zunächst die Unterbringung von Geflüchteten. Das sei ein Kraftakt, der alle verfügbaren Kräfte auf kommunaler Ebene fordere. „Landkreis, Städte, Ämter und Gemeinden arbeiten hier Hand in Hand“, heißt es dazu aus der Verwaltung.
In ersten Gesprächen konnten kurzfristig bereits rund 1000 Unterbringungsplätze bereitgestellt werden. Insgesamt stehen im Landkreis aktuell rund 1600 Plätze für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung. Täglich werden weitere potenzielle Unterbringungen für Geflüchtete gemeldet und geprüft.

Große Solidarität aus der Bevölkerung im Barnim

Aufgrund des dringlichen Bedarfs und der dynamischen Lage hatten der Landkreis sowie verschiedene Kommunen im Barnim die Bürger dazu aufgerufen, sich zu melden, wenn sie die Möglichkeit haben, Geflüchtete privat aufzunehmen. „Die Resonanz aus der Bevölkerung ist bereits jetzt sehr groß“, berichtet Silke Nessing, Sozialdezernentin und Leiterin des Ukraine-Stabes im Barnim. „Aus den Angeboten, die in den Gemeinden vor Ort und bei uns eingegangen sind, gehen rund 670 Unterbringungsplätze hervor. Wir arbeiten weiterhin intensiv an der Identifizierung und Schaffung von Kapazitäten. Mit Blick auf den voraussichtlichen Bedarf nehmen wir weiterhin Angebote auf.“ Dazu wurde Mail-Adresse ukraine-hilfe@kvbarnim.de eingerichtet.
Wichtig: Angesichts der leidvollen Situation formieren sich derzeit zahlreiche, auch private Initiativen zur Unterstützung der Menschen aus der Ukraine. Der Landkreis Barnim begrüßt grundsätzlich jede Form des Engagements. Dennoch wird darum gebeten, von privaten Transporten Geflüchteter innerhalb Deutschlands an den staatlichen Aufnahme- und Verteilungsstrukturen vorbei abzusehen, solange dies nicht aufgrund einer akuten Gefährdungslage dringend erforderlich ist.

Privat aufgenommene Flüchtlinge aus der Ukraine sollen gemeldet werden

Bürgerinnen und Bürger, die Geflüchtete aus der Ukraine privat aufgenommen haben oder dies noch tun, werden zudem dringend gebeten, dies ihrer jeweiligen Gemeindeverwaltung oder dem Landkreis mitzuteilen. Die Kreisverwaltung kann hierfür über die E-Mail-Adresse ukraine-hilfe@kvbarnim.de oder über die Hotline unter 03334 214 1400 kontaktiert werden. „Nur so kann gewährleistet werden, dass diesen Menschen so schnell wie möglich die ihnen zustehenden und teils dringend benötigten Hilfe- und Versorgungsleistungen erhalten“, teilt die Verwaltung mit.
Wie groß die Hilfsbereitschaft gegenüber den Menschen aus der Ukraine im Barnim ist, zeigt sich auch an der Vielzahl der Sach- und Geldspenden, die von verschiedenen Initiativen, Organisationen und Vereinen derzeit organisiert werden. Der Landkreis befindet sich hierfür in enger Abstimmung mit der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, die über mehr als 25 Jahre Erfahrungen in der Organisation von Hilfen für die Ukraine verfügt. Diese und weitere Unterstützungsangebote sowie weiterführende Informationen sammelt der Landkreis auf seiner Internetseite.

Keine zusätzliche Belastung für Kriegsflüchtlinge

Einigkeit herrschte auch darüber, den Geflüchteten aus der Ukraine in ihrer aktuellen Situation keine zusätzlichen Belastungen aufzubürden. Mit Blick auf noch offene Fragen im Zusammenhang mit der Registrierung über die Zentrale Ausländerbehörde unter anderem in Eisenhüttenstadt drängt der Landkreis im Einvernehmen mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie den Amtsdirektorinnen und -direktoren auf eine zügige Schaffung dezentraler Lösungen auf Landesebene.
Aktuelle Entwicklungen im Russland-Ukraine-Konflikt gibt es in einem Liveticker.
Die MOZ hat eine Spendenaktion für die Flüchtlinge aus der Ukraine ins Leben gerufen.
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