Diese Forderung geht aus dem vorläufigen Zielkonzept hervor, das das Bündnis am Wochenende im Internet veröffentlicht hat. Mit der Planung der Infrastrukturmaßnahme müsse sofort begonnen werden, heißt es darin.
Heidekrautbahn ausbauen
Die Forderungen zur S2 sind aber nicht die einzigen, die den Barnim betreffen. Darüber hinaus verlangt das BSBB eine Reaktivierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn zwischen Basdorf und Berlin-Wilhelmsruh, mitsamt eines 30-Minuten-Taktes. Außerdem soll der Abschnitt zwischen Wandlitzsee und dem Berliner Drehkreuz Gesundbrunnen nach Auffassung des Bündnisses eine 15-Minuten-Taktung bekommen. Eine weitere Forderung betrifft den RB 25. Für die Wriezener Bahn wird ein zweiter Bahnsteig in Blumberg ins Spiel gebracht. Dies würde einen 30-Minuten-Takt zwischen Berlin und Werneuchen ermöglichen.
"Es geht nicht nur um mehr Züge, es geht auch um den Regionalverkehr und die schnelle Anbindung an die Hauptstadt", sagt Heiner von Marschall, Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland Nordost (VCD), der dem Bündnis angehört.
Das Bündnis besteht aus verschiedenen Initiativen, Verbänden und Parteien. Dazu zählen neben dem VCO unter anderem der Fahrgastverband Pro Bahn, der Berliner Fahrgastverband IGEB, die Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB), der Bürgerinitiative Stammbahn und die Brandenburger Grünen und Linken. Ziel des Bündnisses ist es, den Schienenausbau-Plan "i2030" von den Ländern Berlin und Brandenburg sowie der Deutschen Bahn kritisch zu begleiten und voranzutreiben.
Nach Auffassung des VCD Nordost wird der Pendlerverkehr noch viel zu viel durch das eigene Auto bestimmt. Durch mehr Angebote auf der Schiene, kürzere Reisezeiten und vor allem eine verlässliche engere Taktung soll der ÖPNV-Anteil bei den Pendlern bis 2030 verdoppelt werden.
S2-Strecke wird geprüft
Viele Tausend Pendler nutzen täglich die S2. Trotz überfüllter Züge, vor allem zu den Stoßzeiten in Morgenstunden, wird die Linie an den Stationen Bernau, Bernau-Friedenstal, Zepernick und Röntgental bislang nur im 20-Minuten-Takt bedient. Ob und wann sich das ändern könnte, ist unklar.
Derzeit finden im Rahmen des Schienenausbauplans i2030 erste Prüfungen für einen Zehn-Minuten-Taktes auf der Linie S2 statt, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) kürzlich mitteilte. Dabei geht es in einem ersten Schritt um Fahrplankonstruktionen und daraus resultierende Fahrplanrobustheitsprüfungen. Weitere Prüfungen, etwa zum möglichen zweigleisigen Ausbau der Strecke, sollen folgen. Allerdings lässt sich seitens des VBB aktuell nicht abschätzen, wann diese Untersuchungen durch die DB Netz AG abgeschlossen sind und mit eventuellen Baumaßnahmen begonnen werden könnte.
Die Pendler wünschen seit mehr als zehn Jahren einen dichtere Taktung auf der S2-Linie. Die bekannte Klosterfelder Langstreckenläuferin, selbst Berufspendlerin, schrieb jüngst zu einem MOZ-Beitrag bei Facebook: "Meiner Meinung nach ist ein Hauptproblem auch, dass immer mehr gebaut und gebaut wird im Umland. Man hat zwar schon erkannt, dass man dann Schulen braucht. Aber es wird total vergessen, dass fast alle in Berlin arbeiten und dort hin müssen. Es wird täglich voller."

Niederbarnimer Eisenbahn AG ist auch dabei


Am 13. November 2019 hat sich das "Bündnis Schiene Berlin-Brandenburg" (BSBB) gegründet. Das erklärte Ziel: Den Ausbau der Eisenbahn-Infrastruktur und der Fahrplanangebote in der Hauptstadtregion entscheidend voranbringen.

Bislang haben sich laut BSBB insgesamt 20 Initiativen, Verbände und Parteien dem Bündnis angeschlossen. Dazu zählen unter anderem der VCD Nordost, der DBV Bahnkunden-Verband Nordost, der Fahrgastverband PRO BAHN sowie die Niederbarnimer Eisenbahn AG. red