Derzeit wirkt der einstige Prunkbau noch wenig einladend. Von außen ist über dem Eingangsportal noch der Schriftzug „Gertrud-Seele-Haus“ zu lesen. Aus dem Innern des Gebäudes dringt jedoch Baulärm. Im Erdgeschoss sind Maurer gerade damit beschäftigt, die Spuren der jahrzehntelangen Fremdnutzung als Krankenhaus zu beseitigen. „Viele Wände, die nachträglich eingezogen wurden, kommen nun wieder raus“, erklärt Jens Jacobi, der das Haus mit einigen Bekannten 2008 gekauft hat.
Auch an anderen Stellen sollen die ursprünglichen Pläne des Architekten Eduard Knoblauch, der am Schloss von 1856 bis 1858 arbeitete, wieder sichtbar werden. So wird es in den hohen Zimmern bald wieder Kamine geben. „Die alten Schornsteinschächte haben wir gefunden“, weiß Jacobi weiter zu berichten. Bis das erste Feuer in den Kaminen lodert, ist es aber noch ein Stück Arbeit. So lange müssen sich die neuen Schlossherren mit der modernen Heizungsanlage begnügen, die kürzlich eingebaut wurde.
Noch fehlt es an vielem: Die Wände müssen verputzt werden, Decken und Fenster sind zu restaurieren. Und auch der Boden besteht bislang nur aus Estrich. „Wir wollen so viel wie möglich von der alten Bausubstanz erhalten“, macht Jacobi zur Freude des Denkmalschutzes deutlich.
Dafür nehmen die Bauherren sogar wahre Detektivarbeit in Kauf. Im Eingangsportal etwa fanden sie Reste des vor 150 Jahren verwendeten rötlich-schwarz schimmernden Marmors. Den haben sie jetzt in einem kleinen Steinbruch in Italien nachbestellt. Der gesamte öffentliche Bereich im Erdgeschoss, der später einmal beispielsweise für Lesungen genutzt werden könnte, soll damit ausgelegt werden.
In den übrigen Teilen des Gebäudes, aus denen nach und nach Wohnungen werden sollen, wird entweder ein Parkett- oder ein Dielenbelag verwendet. „Dabei orientieren wir uns ebenfalls an alten Mustern“, so Jacobi weiter.
Etwa im Mai, so schätzt er, soll die erste Wohnung im Erdgeschoss bezugsfertig sein. Im Laufe des Sommers sollen weitere folgen. Mit der Fertigstellung des Erdgeschosses rechnen die Initiatoren im Herbst.
Für einen Großteil der Arbeiten, die bis dahin noch anstehen, wurden bereits entsprechende Handwerker verpflichtet. Allerdings ist man noch auf der Suche nach einem in der Sanierung alter Gebäude erfahrenen Maler, der in der Schloss Lanke GmbH angestellt werden soll.