Schnuppertag: Andrang in offenen Niederbarnimer Schulen
Die erste Station der Schnupper-Tour führt uns in den Bernauer Stadtteil Waldfrieden, wo das OSZ seine Heimat hat. Rund 1000 Schüler lernen hier. Und geht es nach Leiterin Cordula Barthel, dürfen es in den kommenden Jahren auch gern mehr werden. „Was uns von anderen unterscheidet, ist, dass die Schüler hier etwas mehr Zeit haben.“ Damit meint sie das Berufliche Gymnasium, für das Absolventen im OSZ drei statt der gängigen zwei Jahre Zeit haben. Zudem kann man sich einen berufsorientierenden Schwerpunkt suchen. Zur Auswahl stehen: Sozialwesen, Gestaltungs- und Medientechnik und Wirtschaftswissenschaften. „Vor allem das Sozialwesen ist stark gefragt, für Wirtschaft würden wir gern noch mehr junge Leute begeistern“, sagt Bartel. Sehr gut in Mathe muss man dafür übrigens nicht zwangsläufig sein. „Wer eine drei in Mathe hat, kann trotzdem Wirtschaft machen“, betont OSZ-Lehrerin Stephanie Sachau.
Fachoberschule als Option
Neben dem Abitur gibt es am OSZ auch die Möglichkeit, die Fachoberschule zu besuchen. Besonders gefragt sind hier: Kaufleute im Einzelhandel und Verwaltungsfachangestellte.
Für Constantin Gruss, 16, und seinen Kumpel Kimi Schmidt, 15, kommt eine Ausbildung aber eher weniger in Frage. Die beiden Wandlitzer, die am Samstag unter den zahlreichen Besuchern waren, wollen stattdessen ihr Abi am OSZ ablegen. „Ich will später zur Marine und am OSZ was mit IT und Medientechnik machen“, verrät Constantin. Kimi dagegen hat was Soziales im Sinn. Einen genauen Berufswunsch verfolgt er aber noch nicht.
Anders ist die Situation auf der zweiten Etappe der Schnuppertour an der Tobias-Seiler-Oberschule. Hier sind am Samstag viele junge Menschen hingekommen, für die das Gymnasium erstmal keine Option ist. „Ein Gymnasium kommt für uns nicht infrage, da meine Mira eine Dyskalkulie, eine Rechenschwäche hat“, sagt eine Bernauer Mutter. In der Oberschule dagegen sieht sie eine gute Alternative . Schulleiter Otmar Nickel betont zudem: „Der Ausbildungsmarkt hat sich sehr verändert.“ Und genau darin sieht er große Chancen für die heutige Schülergeneration. „Mit einer guten Ausbildung kann man hinterher seinen Mann, seine Frau stehen, eine gute Anstellung finden oder sich selbständig machen. Gerade beim heutigen Fachkräftemangel bieten Berufe im Handwerk, der Gastronomie oder der Pflege sehr gute Möglichkeiten, später ein zufriedenes Leben führen zu können“, so Nickel.



