In Zepernick soll zwischen Lade- und Elbestraße, unweit der S-Bahnstation Zepernick und angrenzend an den Friedhof, ein neuer Bildungscampus entstehen. Vorgesehen sind eine Grundschule mit Sporthalle, ein Hort und eine Kindertagesstätte. 30 Millionen Euro soll das Vorhaben insgesamt kosten, 25 Millionen Euro die Schule und der Hort, weitere fünf Millionen Euro die Kita. Am Dienstagmorgen waren Panketals Gemeindevertreter, Mitglieder des Ortsbeirates Zepernick und des Ortsentwicklungsausschusses eingeladen, an einem Rundgang über das Gelände teilzunehmen. Die Fläche, auf der der Bildungscampus entstehen soll, gehört der Kirche. Im Sommer hat die Gemeinde einen Erbbaurechtsvertrag mit der Inhaberin abgeschlossen.

Herzstück ist ein Lehrgarten

Genutzt wurde das 34.000 Quadratmeter große Areal bisher von der Humboldt-Universität zu Berlin, vom Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften. Sträucher und Bäume wurden dort seit den 1970er-Jahren zu Ausbildungs- und Forschungszwecken gepflanzt. Das Herzstück bildet ein Lehrgarten mit über 100 Gehölzen, darunter einem Mammutbaum. Eine angrenzende bebaute Fläche gehört dem Land Berlin und wird ebenfalls von dem Institut genutzt. Verkaufen wolle Berlin dieses Flurstück nicht, informiert Bürgermeister Maximilian Wonke. Stattdessen gebe es seitens der Universität Überlegungen, die Gehölze vom Grundstück der Kirche auf das Grundstück des Landes „umziehen“ zu lassen, erklärt die zuständige Mitarbeiterin aus dem Rathaus. Verwunderung bei einigen Teilnehmern: „Ich dachte, die Außenstelle ist gar nicht in Benutzung“, sagt einer von ihnen.

Pietätsstreifen Richtung Friedhof

Angedacht ist auf dem künftigen Bildungscampus alle Baukörper entlang der Elbestraße zu errichten. Dahinter wäre Platz für die Außenflächen. Im Bereich der Ladestraße, die parallel zu den Gleisen verläuft, könnte ein Bewegungsplatz für ältere Kinder entstehen, zum Beispiel zum Skaten, so eine Idee der Verwaltung. Richtung Friedhof besteht die Kirche auf einen Pietätsstreifen, um die Trauernden vor dem Lärm durch Kinder und Jugendliche zu schützen. Wie dieser Pietätsstreifen konkret auszusehen hat, ist im Erbbaurechtsvertrag nicht festgelegt. Denkbar wäre beispielsweise eine dreireihige Hecke oder eine Fläche zur Entwässerung des Areals, berichtet Panketals Bauamtsleiterin Janina Meyer-Klepsch.

Keine Erschließung des Bildungscampuses notwendig

Bleibt die Frage der Zuwegung. Laut einem Verkehrsgutachten sind alle Verkehrsknoten im Umfeld leistungsfähig, eine zusätzliche Erschließung des Bildungscampuses bräuchte es nicht. Über die Elbestraße könnten Eltern ihre Kinder bringen. Doch schon jetzt wird die Straße vor allem morgens viel genutzt, von Anwohnern des Pfingstberges und Eltern, deren Kinder das Gymnasium Panketal, ebenfalls an der Elbestraße gelegen, besuchen. Entgegen dem Gutachten sieht die Verwaltung deswegen Handlungsbedarf. Eine Variante könnte die Verlängerung der Poststraße sein. Dazu würden Gespräche mit dem Land Berlin geführt, informiert die zuständige Mitarbeiterin aus dem Rathaus. Zudem soll es einen öffentlichen Radweg über das Gelände von der Lade- zur Elbestraße geben, damit würden sich Radfahrer den Weg entlang der Schönower Straße sparen.

Start zum Schuljahr 2025/2026

Entsprechend der aktuellen Satzung der Gemeinde Panketal müssen am neuen Bildungscampus mindestens 92 Pkw-Stellplätze entstehen. Eine Zahl, die bei den Teilnehmern des Rundgangs zu Ablehnung führt. Das seien viel zu viele, erklären diese. Auch Maximilian Wonke ist überzeugt: „Auf jeden Parkplatz folgt ein Auto.“ Daneben sind 360 Fahrradstellplätze vorgesehen. Zum Schuljahresbeginn 2025/2026 sollen die ersten Schüler an der neuen Grundschule unterrichtet werden, drei Züge sind vorgesehen. Im Schulhort soll es 250 und in der Kita 150 Plätze geben.