Ab August erhält die ehemalige Deponie in Schwanebeck eine Abdeckung. Die Sanierung durch die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird voraussichtlich bis 2021 dauern. Auch darüber hinaus ist die BSR noch vor Ort und übernimmt die Nachsorge und Kontrolle.
Seit etwa 1960 wurde zwischen der Zillertaler und der Zepernicker Straße in einer ehemaligen Kiesgrube Abfall entsorgt. Seit Juni 2005 befindet sich die Deponie in der Stilllegungsphase.
"Da der Untergrund der Deponie nicht abgedichtet ist, ist das Grundwasser nicht vor Auswaschungen aus dem Abfall geschützt", sagt Tjado Auhagen, der bei der BSR für Deponie-Sanierungen zuständig ist, in einer Informationsveranstaltung der Panketaler SPD. Deshalb müsse der Abfall zum Schutz vor eindringendem Regenwasser eine Oberflächenabdichtung erhalten.
Insgesamt wird eine Fläche von 48 Hektar mit einer 1,70 Meter dicken Schicht überzogen und mit einer Entwässerung versehen. Ob die Kuppel zunächst nur eine provisorische Abdichtung erhält, ist noch offen. Im Bereich der Kuppel gibt es noch starke Setzungen.
Begonnen wird mit dem südwestlichen Bereich der Deponie an der Zillertaler Straße. Dort entsteht auch ein Versickerungsbecken für das abgeleitete Regenwasser. Dieser erste Bauabschnitt soll 2013 fertig sein. Gegenwärtig finden dort mit der Profilierung der Hänge Vorarbeiten statt.
Angesichts der riesigen Mengen, die auf der Deponie aufgebracht werden - insgesamt sind es 816000 Kubikmeter -, wird der Lkw-Verkehr stark zunehmen, warnt Tjado Auhagen vor. Da die Deponie an der L 200 liegt, werde davon jedoch wenig zu spüren sein. Im Schnitt würden es im ersten Bauabschnitt 40 Lkw pro Tag oder fünf pro Stunde sein. Am Anfang der Arbeiten seien es mehr, am Ende weniger. Außerdem könne nur von Frühjahr bis Herbst gebaut werden. Zum einen könne das verwendete Abdichtungsmaterial nur bei Trockenheit verwendet werden. Zum anderen müsse die Rekultivierungsschicht bis September eingesät sein, damit sie im Winter bewachsen ist und nicht mehr abrutschen kann. Auch mit Abdeckung wird die Deponie noch bis etwa 2025 Gas für den Betrieb des angeschlossenen Blockheizkraftwerks liefern. Dann wird der Methangehalt des Gases zu gering sein.
Für die Nachnutzung gibt es bereits viele Ideen - vom Freizeitsport über die Naherholung bis hin zur Energiegewinnung.An die Realisierung sei frühestens nach der kompletten Abdichtung in knapp zehn Jahren zu denken. Um während Bauarbeiten schnell reagieren zu können, sagte Auhagen zu, noch eine Telefonnummer bekanntzugeben.