Wer noch einen Beweis für die Attraktivität des Berliner Umlandes brauchte, der bekam Samstagabend einen nachhaltigen Eindruck davon. Ungezählt viele Menschen säumten die Straßen, als genau 18.26 Uhr die Straßenbeleuchtung gezielt außer Betrieb gesetzt wurde, um die Schönower Straße und die Bernauer Straße in Dunkelheit zu tauchen. Gespannt erwarteten die Besucher die Weihnachtsparade, die in dieser Größe im Land einmalig  sein dürfte. Zu sehen bekamen sie einen Umzug, der schon im Vorfeld Cheforganisator Frank Willamowski zur Begeisterung animierte. "Im letzten Jahr wurden über 40 Fahrzeuge gezählt, aber in diesem Jahr werden es 60 Fahrzeuge sein", ahnte der Vorsitzende des Zepernicker Feuerwehrfördervereins.
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Als sich dann die ersten beleuchteten Feuerwehren und Lkw-Pritschenfahrzeuge mit Weihnachtsengeln und Weihnachtsmännern in Schrittgeschwindigkeit den Weg bahnten, kam immer wieder Beifall auf. Altgediente Mercedes-Fahrzeuge waren zu sehen, aus Bernau fuhr die Feuerwehr-Drehleiter vor, ein Barkas wurde bunt illuminiert und auch ein Traktor rollte mit Anhänger über die Straße. "Die Leute kommen alle aus Begeisterung, keiner bekommt dafür Geld", stellte Willamowski klar. Besonders gefiel neben der Technik die Vorstellung der leuchtenden Weihnachtsengel, die auf einem Einrad unterwegs waren.
Ganz unterschiedlich die Musik, die von Kapellen live gespielt wurde und die von den Fahrzeugen tönte. Der Klassiker "Merry Chrismas" durfte nicht fehlen. Und den musikalischen Bericht aus der "kleinen Weihnachtsbäckerei" gab es gleich zweimal auf die Ohren. Besonders auffallend: Die Weihnachtsparade wird mehr und mehr zu einem Treffen für Familien und Freunde. Etliche Gruppen verfolgten den Umzug gemeinsam, hin und wieder schwärmte einer aus, um Kinderpunsch, Glühwein oder Bier für alle zu holen. Die Glühweinparade erlebte ihre Premiere, sie startete  laut Willamowski mit zehn Ständen. Wer wollte und über ausreichend Stehvermögen verfügte, konnte sich durch die Angebote testen. Zudem gab es unter den Besuchern Empfehlungen. Als "angenehm fruchtig" wurde der Glühwein der Lehmann-Crew gepriesen. "Sehr rund und würzig und vor allem nicht zu süß", lobte der Bernauer Ralf Becker den Glühwein des Bernauer Road Houses. Christoph Eckert, Einsatzleiter der Feuerwehr, rührte die Werbetrommel für das hauseigene Heißgetränk. "Der Glühwein der Feuerwehr ist der Beste, weil der Erlös zu einhundert Prozent der Feuerwehr zu Gute kommt", war er sich ganz sicher. Ohnehin verlief für ihn der Abend perfekt. "Es gab während des Umzuges keine Probleme, alles optimal", schätzte er nach 19.40 Uhr die Lage ein. Einziges, zu verschmerzendes Problem: Zu diesem Zeitpunkt hatten sich in den Stichstraßen in der Nähe des S-Bahnhofes Staus ergeben, da der Verkehr durch die Sperrungen nicht in Richtung Schönower Straße abfließen konnte.