Sage und schreibe 17 Kilometer Sandpiste nennt die Stadt Werneuchen noch immer ihr Eigen. Strecken, die dank tiefer Schlaglöcher den Anwohnern und ihrer Fahrzeugechnik zu allen Jahreszeiten einiges abverlangen. Der Löhmer Siedlerweg gehörte in der Hitliste der größten Buckelpisten immer zu den Spitzenreitern. Rettungsfahrzeuge hätten demnach bis zu zehn Minuten Zeit gebraucht, um den einen Kilometer langen Siedlerweg zu durchqueren. "Noch im Dezember 2013 habe ich mit einer einstweiligen Verfügung gedroht. Über die gesamte Breite standen riesengroße Pfützen. Trockenen Fußes durchzukommen, war einfach unmöglich", erinnert sich am Mittwoch Kurt Meierhof. Angesichts der feierlichen Straßeneinweihung zeigen sich die Anwohner Ilona und Kurt Meierhof wenigstens teilweise versöhnt. "Wir wohnen jetzt zehn Jahre an dieser Straße, es hätte auch etwas schneller gehen können. Aber nun ist das Dilemma ja durchgestanden", befinden sie.
An die Vergangenheit knüpft auch der Werneuchener Bürgermeister Burkhard Horn (Linke) an. "Wir haben leider fünf Jahre Diskussionen geführt und mussten das Bauvorhaben auch in zwei Bauabschnitte über zwei Jahre verteilen. Aber nie hätte uns jemand geglaubt, dass der Siedlerweg einmal so schön werden kann", erinnert Horn, der auch das Thema Anliegerbeteiligung nicht auslässt. "Noch nie waren die Belastungen der Anwohner so hoch. Das liegt vor allem am Regenkanal, der die Aufwendungen deutlich noch oben getrieben hat." Bei Anliegerstraßen liegt die Beteiligung der Anwohner bei 90 Prozent und das bedeuten im konkreten Fall finanzielle Belastungen in der Spanne von 2000 bis zu 15 000 Euro, wie Bauamtsleiterin Silke Hupfer anschließend bestätigt. Meierhofs zahlten 5000 Euro. Die Gesamtkosten des Vorhabens addieren sich auf 850 000 Euro.