Der gestörte soziale Frieden in Bernau war denn auch das beherrschende Thema des Abends. Ortsvereinschef Jürgen Althaus sparte nicht mit Vorwürfen gegen die Protestierenden auf dem Marktplatz. "Persönliche Befindlichkeiten werden offen ausgetragen, der Bürgermeister soll abgewählt werden und die Mehrheit der Stadtverordneten wird durch Redner der Dienstagsdemonstrationen herabgewürdigt - das ist kein Stil", kritisierte er. Der 66-Jährige mahnte "Sachlichkeit und Problemorientierung" bei allen Beteiligten an und stellte klar: "Die Mehrheit der SPD-Mitglieder steht für das Beitragsmodell, aber mit einer annehmbaren Kompromisslösung". Eine solche habe die SPD bereits im vergangenen August auf den Tisch gelegt - "leider aber ohne Erfolg".
Fraktionschefin Elke Keil räumte ein, dass das Thema Beitragserhebung "schwer nachvollziehbar und sehr ernst" sei. "Um so schlimmer ist die Art, mit der dieses Thema bei einem großen Teil der Bürgerinitiative behandelt wird. Selbstdarstellung, falsche Behauptungen und böse Unterstellungen sind an der Tagesordnung", beklagte sie. Ihre Fraktion sei "für die Ausschöpfung aller Möglichkeiten der Reduzierung der Beitragsberechnungen" und um Lösungen bemüht. "Eine reine Gebührenfinanzierung erachten wir aber nach wie vor nicht für tragbar."
Überhaupt nicht verständlich sei für sie das Bürgerbegehren zur Abwahl des Bürgermeisters. "Den Initiatoren muss doch klar sein, dass uns das in der jetzigen Situation überhaupt nicht weiterhilft. Es verunsichert und verzögert lediglich Entscheidungen, die getroffen werden müssen", bemerkte Elke Keil, um dann festzustellen: "Die Stadt Bernau hat sich in den letzten Jahrzehnten gut entwickelt. Dass nicht alle Entscheidungen allen gefallen, liegt auf der Hand." Mit Blick auf die Kommunalwahlen am 25. Mai sagte sie schließlich: "An diesem Tag werden wir sehen, wie die Bernauer die Entwicklung ihrer Stadt durch die von ihnen gewählten Stadtverordneten sehen und bewerten".