In Strausberg wird es das Kinder- und Jugendfestival im kommenden Jahr nicht mehr geben. Stadt und Sponsoren ziehen sich zurück. In Bernau stellte die Stadt die direkte finanzielle Förderung bereits vor zwei Jahren ein.
Strausbergs Bürgermeisterin Elke Stadeler verkündete in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung die Entscheidung. Wie sie mitteilte, habe das Handelscentrum erklärt, dass die Einrichtung nicht mehr als Austragungsort des Kinder- und Jugendfestivals zur Verfügung stehe. Außerdem hätten Unternehmen wie Stadtwerke und Wohnungsbaugesellschaft, die die Veranstaltung bislang unterstützt hatten, ihr Engagement bereits in diesem Jahr eingeschränkt und für 2012 einen vollständigen Rückzug angekündigt, berichtete sie.
Die Stadt selbst will ihr Engagement unter anderem einstellen, weil die Zahl der Teilnehmer und Besucher aus Strausberg relativ gering gewesen sei. Bislang seien rund 2500 Euro für die Vorrunde des Festivals im Handelscentrum und das Finale am Landsberger Tor zur Verfügung gestellt worden. Die könnten künftig für andere kulturelle Zwecke eingesetzt werden.
Heike-Doreen Klein, die das Festival aus dem Barnim nach Märkisch-Oderland ausgeweitet hatte, wies die Kritik zurück. Die Bürgermeisterin selbst habe den Termin vom Hauptfestival kurzfristig verschieben und mit dem Frühlingsfest in Strausberg zusammenlegen lassen, monierte sie. Anschließend sei der Vorwurf formuliert worden, dass zu wenig Teilnehmer dabei wären. „Viele Klassen, Schulleiter, Lehrer haben uns sogar bestätigt, dass der Termin Mitte Mai wegen Jugendweihen ungünstig ist und sie daher nicht teilnehmen können“, konterte sie. „Wir haben noch nie von unseren langjährigen Strausberger Unterstützern eine Beschwerde oder Unzufriedenheit bezüglich unseres Kinder- und Jugendfestival-Finales vernommen“, fügte sie hinzu.
Nach MOZ-Recherchen gab es indes sehr wohl Kritik von Seiten der Sponsoren. Unter anderem monierte Centermanagerin Kerstin Behlau vom Handelscentrum, dass sich die Organisatoren nicht in die Karten schauen ließen, was mit dem Geld passiere. Strausbergs Stadtwerke-Chef Andreas Gagel sagte, die Reaktion der Organisatorin auf die Forderung der Stadt nach mehr Transparenz habe ihn zum Stopp der Förderung veranlasst.
In Rüdersdorf, wo es im Winter ein Festival gegeben hatte, beäugt man die Organisatoren ebenfalls etwas skeptisch. Auch hier sei die Mittelverwendung „undurchsichtig“ geblieben, hieß es im Rathaus. Laut Fachbereichsleiter Jörg Lehmann sei momentan die Position so, dass die Gemeinde ihr Kulturhaus kostenlos zur Verfügung stellen werde, „mehr nicht“.
In Bernau stellte die Stadt die direkten finanziellen Zuwendungen bereits vor zwei Jahren ein. Christine Poppitz (Linke), Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Sport, erinnert sich an die Gründe: „Die Organisatoren haben von der Stadt mehrere Tausend Euro Unterstützung gefordert. Das war einfach zu viel. Außerdem haben wir festgestellt, dass die große Mehrheit der Teilnehmer nicht aus Bernau, sondern aus anderen Kommunen kam“. Gänzlich zurückziehen wollte sich die Stadt aber noch nicht. Deshalb sei man zu einer indirekten Förderung übergegangen. „Wir stellen die Mehrzweckhalle in der Heinersdorfer Straße kostenlos als Veranstaltungsort zur Verfügung“, sagt Christine Poppitz. Das mache alles in allem ?einen geldwerten Vorteil von 2500 Euro aus. „Anfänglich hat sich Frau Klein fürchterlich darüber aufgeregt, aber wir haben das durchgehalten“, so die Bernauer Ausschussvorsitzende.
Bei der Niederbarnimer Eisenbahn, die das Festival an mehreren Orten unterstützt, hieß es, es gebe demnächst einen Termin mit den Verantwortlichen. Man wolle sein Geld „an nützlicher Stelle eingesetzt“ sehen und werde ein Auge darauf haben, so Sprecherin Daniela Raphelt.
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