Zur Mittagsstunde konnte Bürgermeister André Stahl schon eine kleine Zwischen-Bilanz ziehen. „Ich freue mich, dass so viele Bernauer ihr Rathaus erobern wollen", sagte der Linken-Politiker. Bereits zur Eröffnung sei die Schlange vor dem Eingang ziemlich lang gewesen, am Nachmittag sei mit weiteren Besuchern zu rechnen. „In der Regel sind die Menschen positiv gestimmt“, so das Stadtoberhaupt. Kritische Stimmen zum Rathausbau habe er noch nicht gehört. „Manchen gefällt der Brunnen, anderen der große Saal“. Über eins seien aber alle begeistert gewesen: Über den tollen Blick von der Dachterrasse auf die Hussitenstadt.

Youtube Rundgang durch das Rathaus Bernau

Ein Bürgersaal für 399 Menschen

„Wir leben sehr gerne und lange in Bernau und deshalb wollten wir uns das Gebäude einmal ansehen“, so Sabine Morgenstern. „Und natürlich schauen wir auch, wo unsere Steuergelder geblieben sind“, ergänzt ihr Mann Horst schmunzelnd. Karl Höfer, der auch gerade das Foyer betritt, denkt vor allem an die Mitarbeiter. „Ich hoffe, dass sich die Arbeitsbedingungen für sie verbessern“.
Im gesamten Gebäude gibt es Aufsteller, auf den interessante Informationen zu finden sind. So erfahren die Besucher beispielsweise im Bürgersaal, dass er für 399 Personen ausgelegt und multifunktional ausgestattet ist. Dort steht auch die Rosentür, die 1982 aus einem Haus an der Berliner Straße ausgebaut wurde. An der Wand ist im Zeitraffer zu sehen, wie der Rathaus-Neubau wuchs.

Bistro-Betrieb auf dem Dach des Rathauses

„Der Blick ist einfach herrlich“, sagt Birgit Schramm und macht mit ihrem Handy von der Dachterrasse ein Foto. Dort gibt es von Mai bis Oktober einen Bistrobetrieb vom Café Madlen im Erdgeschoss.
Bei Monika Müller von der Bernauer Tourist-Information kann man hochwertige Postkarten erwerben und damit „goldene Grüße“ aus der Hussitenstadt verschicken. Eine Broschüre informiert darüber hinaus über den Rathaus-Neubau und die Geschichte des Marktplatzes. „Außerdem kann man noch seine Wünsche für den Brandenburg-Tag im kommenden Jahr loswerden“, so Monika Müller.

Einheitsmarkt im Zentrum von Bernau

Nach dem Besuch des Neuen Rathauses schlenderten viele Bernauer noch durch das Zentrum. Mit einem „Einheitsmarkt“ sollte das 30-jährige Jubiläum der deutschen Einheit gefeiert werden. An der Grünstraße waren zahlreiche Stände aufgebaut, an denen Keramik, Schmuck und Seifen gekauft werden können. Auf dem Marktplatz kann man sich mit Bratwurst und Suppe – die Freiwillige Feuerwehr Bernau hatte gekocht – stärken. Einige Gäste machten auch einen Abstecher in den Stadtpark, wo die Ergebnisse des deutsch-polnischen Bildhauer-Symposiums bewundert werden konnten.