Schon das zweite Jahr tanzen die Bernauer jetzt ihre Choreographie zu den Klängen des verstorbenen DJ Avicii. Deshalb hatte Trainerin Melanie Ahl-Jende bei der öffentlichen Abschlussprobe vor der DM schon angedeutet, dass man gerne den fünften Platz aus dem Vorjahr wiederholen oder sich vielleicht sogar in Richtung Platz 4 bewegen wolle. Doch daraus wurde nichts. Die Bernauer wurden von den beiden Aufsteigern Bocholt und Nienburg überholt und landet auf dem vorletzten Platz 7.
"Das war schon eine riesige Enttäuschung. Gerade für die jungen Tänzer, die ihr erstes Jahr in einer Formation tanzen", beschreibt es Tänzer Markus Kratz. "In der Umkleidekabine herrschte danach erst einmal Trauerstimmung."
Team-Event bringt die Wende
Eine Woche hatten die Tänzer Pause, trafen sich danach zu einem Team-Event. "Da haben wir dann besprochen, wie es weiter geht und wie wir mit einer solchen Situation umgehen", berichtet Markus Kratz. "Wir haben erkannt, dass wir das jetzt abhaken müssen. Die Deutsche Meisterschaft ist das eine, die Saison in der Bundesliga das andere. Es ist dumm gelaufen, aber wir wollen das nicht auf uns sitzen lassen. Das hat die Stimmung absolut verbessert. Seitdem läuft es wieder super, auch in den Trainings und wir haben im November und Dezember und auch jetzt in der Vorbereitung richtig gut trainiert." Unter dem Motto "Jetzt erst recht", brachen die Bernauer am Freitagmittag auf nach Ludwigsburg, wo sie übernachtet haben, bevor es am Samstagabend zum ersten Kräftemessen der Liga kommt.
Stärkere Konkurrenz
Ziel ist für die Bernauer ganz klar der Klassenerhalt. Dass das kein Selbstläufer wird, weiß auch Markus Kratz. "Wir haben gemerkt, dass die Aufsteiger Bocholt und Nienburg stärker sind als die Konkurrenz im vergangenen Jahr. Aber da sind wir ja jetzt gewarnt. Von daher ist es vielleicht sogar ganz gut, dass wir den Warnschuss vor dem Saisonauftakt bekommen haben."
Die Bernauer hatten einige Zu- und Abgänge in der Mannschaft zu verkraften. "Die neuen Tänzer sind mittlerweile schon ganz gut integriert, aber es ist natürlich etwas anderes als bei anderen Teams auf Platz 1 bis 4, die schon seit Jahren in derselben Konstellation zusammen tanzen", weiß auch Markus Kratz, der selbst lange Zeit aus Oldenburg zum Training anreiste. Die Barnimer haben sich viel vorgenommen für Ludwigsburg. "Wir müssen schon gleich in der Vorrunde richtig Gas geben und uns das nicht für die Finalrunde aufsparen", weiß Kratz.
Sprachnachricht der Trainerin
Trainerin Melanie Ahl-Jende ist jedenfalls guter Dinge und schickte am Freitagmorgen all ihren "Schäfchen", wie sie ihre Tänzer liebevoll nennt, noch einmal eine Sprachnachricht. "Sie hat uns gesagt, dass sie sehr begeistert ist von unserer Trainingsarbeit und sehr optimistisch nach Ludwigsburg fährt", verrät Markus Kratz. Es kann also losgehen.

Von Ludwigsburg bis Nürnberg


Acht Mannschaften gehören zur 1. Bundesliga der Standardformationen: TSV Göttingen, Braunschweiger TSC, 1. TC Ludwigsburg, TSC Nürnberg, TSC Nienburg, TSV Bocholt, FG Hofheim/Friedberg/Gießen und der Tanzclub Bernau. Die Plätze 7 und 8 steigen ab.

Die Saison besteht aus fünf Turnieren:11. Januar Ludwigsburg25. Januar Nienburg  8. Februar Göttingen22. Februar Braunschweig  7. März Nürnberg