Sascha Gluth hat schon oft „Allein in der Sauna“ gesessen. Doch anders als in den vergangenen zweieinhalb Jahren steht die Sauna an diesem Wochenende nicht in Wandlitz, sondern in Bernau. In der Stadthalle kommt der Schauspieler als Anwalt Karl-Heinz König mächtig ins Schwitzen und erklärt in einem kabarettistisch-spritzigen Aufguss, was das Zusammenleben von Frau und Mann so schwierig macht.
In Wandlitz feierte das Theater am Wandlitzsee (TaW) mit der Komödie des Norddeutschen Frank Pinkus große Erfolge. Seit der Premiere des Stücks im Frühjahr 2018 waren die Vorstellungen immer ausverkauft. Dennoch begreifen die Theatergründer Sascha Gluth und Julia Horvath die Vorstellungen am 4. und 5. September in Bernau – Beginn jeweils 20 Uhr – schon als eine Art Premiere. Eine neue Spielstätte, ein anderes Publikum – „Wir wissen nicht, was uns erwartet“, sagt Julia Horvath. „Wir fangen irgendwie wieder von vorn an, so wie vor fünf Jahren, als wir das TaW eröffnet haben.“

Spielbetrieb wegen Corona nicht möglich

Fünf Monate Zwangspause liegen hinter dem Ehepaar und seinem Theater. Die Einschränkungen durch die Covid-19-Eindämmungsverordnung machte und macht einen Spielbetrieb auf der Bühne in Wandlitz unmöglich. „Bei Einhaltung der Abstandsregeln könnten wir lediglich 20 Zuschauer in den Saal lassen. Damit ist das Theater nicht mal ansatzweise wirtschaftlich zun führen“, sagt Sascha Gluth. Bereits frühzeitig suchten er und Julia Horvath deshalb nach einer anderen Spielstätte. Sie hatten große Hoffnungen in die Gemeinde Wandlitz und deren Kulturbühne „Goldener Löwe“ gesetzt. Doch letztlich scheiterten die verbalen Hilfsangebote aus dem Rathaus an der Bereitschaft, sie auch praktisch umzusetzen. „Von der Gemeinde kam nichts“, ist Sascha Gluth immer noch enttäuscht.

Mit Abba echte Premiere

Ganz andere Erfahrungen machte das Künstlerpaar in Bernau mit den Pächtern der Stadthalle. „Sie waren sofort offen“, erzählt Julia Horvath. Nach „Allein in der Sauna“ an diesem und am Wochenende 12./13. September folgt mit „Abba – Nackte Tatsachen und die großen Hits“ am 18. September eine echte Premiere. Musicalstar Barbara Raunegger und Julia Horvath entführen die Zuschauer in die Welt von Agnetha, Frida, Benny und Björn. Neben biografischen Eckpunkten der Kultband, werden amüsante Anekdoten zur Entstehung der Songs, des Musicals und der Filme erzählt. Viele der großen Hits wie „Dancing Queen“,  „Money, Money, Money“, „Waterloo“, „Mamma Mia“ oder „The Winner Takes It All“ wecken Erinnerungen und garantieren Mitsing-Momente. Nach drei weiteren Vorstellungen im September kommt „Abba“ vier weitere Male im November mit dem TaW in der Stadthalle auf die Bühne. Der Oktober ist dem Stück „Die Ausreisserinnen – Ausflug mit Risiken und Nebwenwirkungen“ gewidmet. Die Komödie hatte am 13. März Premiere. Am Tag darauf trat das Vorstellungsverbot wegen der Corona-Pandemie in Kraft.