"Dort ist uns durch die Corona-Pandemie natürlich alles weggebrochen", sagt Frank Ehlert, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Viele Menschen seien in diesen Wochen zu Hause und froh, dass sie sich mit einem Tier beschäftigen können. Auch im Tierheim ist es gegenwärtig etwas ruhiger. Die "Gassigeher", ehrenamtlich tätige Männer und Frauen, die gewöhnlich mit den Hunden unterwegs sind, kommen nicht nach Ladeburg. "Unsere Mitarbeiter haben deshalb mehr Zeit, die Vierbeiner auszuführen", so Ehlert.
Tierheim Ladeburg

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Überhaupt ist der stellvertretende Vereinsvorsitzende froh, dass er ein "eingespieltes Team" hat. Das mache vieles, auch in diesen Zeiten, einfacher. Die fünf Beschäftigten und der eine Auszubildende hielten alle hygienischen Standards ein und säßen in der Kaffee-Pause auch "die empfohlenen zwei Meter" auseinander.
Ehlert ist dankbar, dass viele Unterstützer das Tierheim auch jetzt nicht vergessen. Darunter seien landwirtschaftliche Unternehmen, die Heu und Stroh lieferten wie etwa die SAG Groß Schönebeck. In einigen Supermärkten stehen darüber hinaus auch Körbe, in denen Futter für das Ladeburger Tierheim gesammelt wird. "Da fahren wir bis nach Berlin", so Ehlert. Eine finanzielle Unterstützung gibt es aber auch durch Tierfreunde, die die Einrichtung in ihren Testamenten bedenken.
Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Hund oder eine Katze anzuschaffen, kann sich zunächst im Internet informieren. "Besuche bei uns sind auch in Corona-Zeiten möglich", so Ehlert. Rund 120 Tiere leben gegenwärtig im Tierheim, darunter natürlich Hunde und Katzen, aber auch Wellensittiche, Tauben und ein Papagei. "Durchschnittlich dauert es drei Wochen, bis ein Tier vermittelt ist".
Das Tierheim ist für rund 140 Gemeinden in den Kreisen Barnim, Uckermark, Oberhavel und Märkisch Oderland zuständig. Wird dort ein Tier aufgefunden, kommt es nach Ladeburg. Auch die sogenannten "Mai-Kätzen" werden, sofern sie zahm sind, in diesem Jahr wieder aufgenommen. Freie Kapazitäten seien vorhanden, heißt es.
Ein Schwerpunkt der Arbeit des Tierschutzvereins ist auch die Information der Bevölkerung über tierschutzrechtliche Themen So gibt es beispielsweise  den Tag der offenen Tür und verschiedene Vortragsabende. "Wir wollen Theorie und Praxis verbinden", betont Ehlert. Dazu gehören auch bessere Bedingungen für die Tiere. In diesem Jahr soll deshalb noch die Rekonstruktion des Katzenhauses geplant werden.