"Im Land Brandenburg wird man nicht noch einmal so ein Hundehaus finden", sagte Frank Henning, der Vorsitzende des Niederbarnimer Tierschutzvereins, nicht ohne sichtlichen Stolz. Ein erste Eindruck zeigt, dass es in der Anlage zum Beispiel deutlich ruhiger ist als früher – trotz bellender Hunde. "Die Räume wurden schallgedämmt, und das trägt natürlich zur Entspannung der Tiere bei", erläutert Henning. Bellende Hunde können sich sonst schnell wechselseitig "aufschaukeln". Dies wird jedoch unter anderem durch die schallgedämmten Türen verhindert.
Freier Auslauf für jede Box
Gegenwärtig läuft in Berlin die Grüne Woche. Alles dreht sich um den Klimawandel, aber auch das Tierwohl sei wichtig, sagt Frank Ehlert, stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins, und fügt hinzu: "Unter dem Begriff des Tierwohls sind natürlich auch die Heimtiere zu fassen." Berücksichtigt wird dies zum Beispiel durch den freien Auslauf, mit dem jede Box ausgestattet ist, so dass die Hunde in den Außenbereich wechseln können. Dazu gehören auch die Lüftungsanlage und die Fußbodenheizung. "Mehr geht eigentlich gar nicht mehr", sagt Frank Henning.
Im zurückliegenden Jahr, verdeutlicht Frank Ehlert die Bedeutung des Tierheims und die Arbeit der Mitarbeiter sowie auch der vielen ehrenamtlichen Helfer, wurden knapp 1260 Tiere im Tierheim am Biesenthaler Weg in Ladeburg abgegeben. Von ihnen wurden 939 bereits wieder vermittelt. Hunde bilden darunter einen großen Teil. 391 wurden abgegeben und 269 wieder vermittelt. Sein Dank für das Engagement für diese Tiere geht an alle Tierschützer, "die sich mit Herz und Verstand in die Tiere hineinversetzen."
Manchmal dauert es länger, bis ein neues Herrchen oder Frauen gefunden wurde. Allerdings kann es auch wiederum sehr schnell gehen, wie Ehlert beschreibt. Dann meldet sich nämlich schon nach zwei, drei Stunden ein aufgeregter Besitzer im Tierheim und fragt, ob über den Verbleib seines Vierbeiners etwas bekannt ist. Wenn beispielsweise eine Hündin läufig ist, kann es schon einmal passieren, dass sie auf einmal verschwunden ist.
Der Einzugsbereich des Tierheims geht über den Barnim hinaus. Insgesamt betreut es 164 Gemeinden. Die meisten kommen aus dem Barnim, aber auch aus den Landkreisen Oberhavel, aus der Uckermark und aus Märkisch-Oderland , so Frank Ehlert.
Quarantäne gesichert
Vor rund zehn Jahren ist das Hundehaus das letzte Mal saniert worden. Vor der Wende war auf dem Gelände die Hundeausbildung für den Einsatz an der Grenze erfolgt, wie Ehlert berichtet. Zwischenzeitlich gehörte das Gelände zu den damaligen Lobetaler Anstalten und wurde nach 1990 vom Tierschutzverein erworben. In diese Zeit fällt die erste Sanierung. Vorher war es nur eine Baracke, sagt Ehlert. Heute gibt es einen Quarantänebereich, denn schließlich werden auch kranke Tiere aufgenommen. Im Versorgungsbereich befinden sich aus Desinfektionsgründen nur Edelstahlschränke.
Einschließlich der Innenausstattung wurden jetzt rund 150 000 Euro in das Hundehaus investiert. Davon sind 80 000 Euro vom Land als Fördermittel finanziert worden. "Die Vergabe der Fördermittel ist immer an enge Kriterien gebunden. Wir fördern die Einrichtung gern", sagt Claudia Possardt, die frühere Referatsleiterin Tierschutz, Tierarzneimittelüberwachung und Qualitätsmanagement im Verbraucherschutzministerium. Seit Anfang des Jahres ist sie Aufbauleiterin des Tierschutzberatungsdienstes für alle Nutztierarten. Und sie fügt hinzu: "Man kann immer sagen: Nach Ladeburg kann man immer ein Tier bringen."