Keine Frage, Radsportler sind tapfer und zäh. Besonders die der Tigerradtour. Zum sechsten Mal lud der Zoo am Sonnabend dazu ein. Punkt 8 Uhr gab der ehemalige Friedensfahrtsieger Axel Peschel den Startschuss für die große Runde über 200 Kilometer am Familiengarten in Eberswalde. Über Joachimsthal, Liepe, Oderberg, Bad Freienwalde, Bernau und Klosterfelde führte der Weg.
„Eine anspruchsvolle Strecke“, wie Zoodirektor Bernd Hensch bei der abschließenden Ehrung am Dschungelhaus einräumte. Vor allem die Berge bei Bad Freienwalde hatten es in sich. „Ich mache das gern, um den Tiger zu retten“, sagt Armin Radtke (44) aus Höxter, der für sich den Titel „längste Anreise“ in Anspruch nimmt. Gemeinsam mit Bruder Olaf Radtke aus Berlin wählte er die 200-Kilometer-Strecke, die letztendlich sogar noch 20 Kilometer länger war. Nach der 100-Kilometer-Tour wollen einige Teilnehmer sogar 150 Kilometer auf ihrem Tacho gelesen haben. „So genau kann man das immer nicht abschätzen“, sagt der Zoo-Chef. In jedem Fall habe sich der Einsatz gelohnt. „45 000 Euro sind allein durch die Werbung auf den Trikots reingekommen“, freut sich Hensch. Zwanzig Sponsoren konnten dafür gewonnen werden. Das Geld soll den Tieren zugute kommen.
Die Sportler hatten in diesem Jahr nicht nur mit Bergen zu kämpfen. Auch die Nazi-Demonstration in Bernau und deren Gegendemonstration führten zu Umwegen. Außerdem mussten einige Fahrer der Tour nach Stürzen abbrechen. Darunter auch Manfred Pelzer, mit 75 Jahren ältester Starter. Ausgerechnet als der ehemalige Sieger der Oderrundfahrt anderen helfen wollte, verletzte er sich kurz vor Liepe. „Beim Schieben hängen geblieben“, nannte er es selbst leichthin. Um die Wunden nähen zu lassen, radelte er ins Krankenhaus. Um die Wartezeit zu überbrücken, schaute er bei der Siegerehrung im Zoo vorbei. In diesem Jahr hatte der ehemalige Profi erstmals die kurze Tour gewählt.
Für diese Distanz entschied sich auch Landrat Bodo Ihrke. „Da kann man noch ein bisschen quackeln“, verriet der Landrat beim abschließenden Erfrischungsbier.
Während für die meisten nun alles vorbei war, hatte Mitorganisator Rainer Kattanek die Tour noch vor sich. „Ich habe mich kurzfristig entschieden, für den ausgefallenen Sprecher, der die Fahrer vom Auto aus begleitet, einzuspringen“, erklärt der Inhaber des Eberswalder Radhauses. Am Sonntag will er sie „etwas anspruchsvoller“ nachfahren. So will es sein Trainingsplan für die baldige Norwegen-Tour.