Zur neuen Normalität gehört, dass Sicherheitsabstände eingehalten werden müssen und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt wird. Einen Mund-Nasen-Schutz tragen die Mitarbeiter des Hotels nicht. "Noch nicht", betont die Direktorin. Denn sobald es eine entsprechende Anweisung gibt, werden sie sich daran halten müssen. Auch für Gäste sind Masken derzeit nicht vorgeschrieben.

Frühstück à la carte im Seepark Hotel

Frühstück wird im Seepark Hotel am Wandlitzsee für gewöhnlich in Form eines Buffets angeboten. Nun dürfen Gäste aus einer Frühstückskarte wählen. Serviert wird das Frühstück im Speiseraum. Die Tische wurden entsprechend gestellt, sodass Mindestabstände eingehalten werden können.
Buchungen über den Sommer trudeln ein. "Man merkt, dass die Leute nicht weiter weg verreisen können", sagt Hoteldirektorin Meißner. Und so könnte es am Ende sein, dass ihr Haus vom geänderten Reiseverhalten profitiert.
"Es ist aktuell noch sehr ruhig", sagt Björn Mairose vom Mehrower Hof in Ahrensfelde. Über 20 Zimmer verfügt das Haus. Werktags kehren Geschäftsreisende ein. "Deutlich weniger als vor Corona", berichtet der Mitarbeiter. Private Buchungen gibt es erst ab kommender Woche. Die meisten Gäste bleiben zwei, drei Nächte, sehen sich Berlin an oder besuchen Verwandte in der Region. Um unnötige Kontakte zu vermeiden, checken Gäste im Mehrower Hof derzeit über einen Schlüsseltresor ein und wieder aus. Das erlaubt eine Anreise auch zu ungewöhnlichen Zeiten.

Renovierung in Schließzeit

Christian Hinrich betreibt gemeinsam mit seinem Mann Mario Hinrich-Graßmann das Hotel Seeterrassen. Vor Kurzem wurden die Renovierungsarbeiten in dem Haus am Wandlitzsee abgeschlossen. Der Sonnenschutz in der oberen Etage fehlt noch, solange werden nur sieben der 14 Zimmer vermietet. Über Pfingsten ist das Hotel voll. "Wetter ist angesagt", so Christian Hinrich.
Ob die Renovierungsarbeiten geplant waren? Ja, antwortet der Betreiber. Glück im Unglück. Seit Ende Februar war das Hotel geschlossen. Umsatzeinbußen müssen Christian Hinrich und Mario Hinrich-Graßmann trotzdem verkraften, die Wiederaufnahme des regulären Betriebes war für Anfang Mai geplant. Hinzu kommt: Die Buchungen von Geschäftsreisenden sind um etwa 40 Prozent zurückgegangen. Wiederum buchen Pauschalurlauber eine Woche oder zehn Tage im Hotel. Das habe es zuvor nicht gegeben, so Christian Hinrich. Für gewöhnlich bleiben Privatreisende ein bis drei Nächte.
Doreen Decker arbeitet im Hotel und Gasthof Zum Zicken-Schulze in Bernau. Für Sonntag gebe es schon "gut Reservierungen", für Montag nicht, erzählt sie. Über sieben Zimmer verfügt das Haus. Im Sommer kommen für gewöhnlich viele Radfahrer. Für Juni sind einige Zimmer reserviert, "aber lange nicht so viele wie sonst", sagt die Mitarbeiterin. Auch die Zahl der Geschäftsreisenden sei im Moment gering.
Dass sich dieses Jahr das Reisen vor allem in Deutschland abspielen wird, davon ist Doreen Decker überzeugt. Ob das Hotel davon profitieren wird? Die Mitarbeiterin lacht: "Wenn es an der Ostsee zu voll wird und Gäste fliehen, dann vielleicht." Auch Veranstaltungen in der Hauptstadt wirken sich auf die Buchungen aus. "Ist in Berlin viel los, dann ist es das bei uns auch."