Bei hereinbrechender Dunkelheit setzt sich der Block der Feuertrommler in Bewegung, begleitet von dutzenden kleinen und großen Lampion- und Fackelträgern. Der eineinhalb Kilometer-Marsch durch die Stadt wird von zahlreichen Anwohnern beklatscht. Viele schließen sich sogleich den Feuertrommlern an.
Auf dem Gelände der örtlichen Feuerwehr warten unterdessen Hunderte Schaulustige auf die Heranziehenden. In sicherer Entfernung vom modernen Spritzenhaus ist ein gewaltiger Berg von Tannenbäumen aufgeschichtet. Fuhrunternehmer Andrè Heinrich fuhr Tage zuvor mit seinem Traktorgespann etliche Stunden die Straßen der Stadt ab und lud Baum für Baum auf die Hänger. Sieben Meter Höhe und mehr als dreißig Meter Umfang vermessen nun die Fachleute und stehen staunend davor. Zwei Feuerwehrmitglieder entfachen an mehreren Stellen den Tannenberg und die Kinder und Jugendlichen werfen ihre brennenden Fackeln hinzu. Das Volksfest beginnt. Gemeinsames Trommeln und Singen ist angesagt. Kinder und Erwachsene schlittern auf mehreren Eisflächen um die Wette. Andere kosten Bratwurst und Glühwein. Allerorts werden gute Gespräche geführt, resümiert die Chefin des Ganzen, Nadine Gebauer. "Wir Karnevalisten im Ort übernehmen jeweils die Schirmherrschaft für das Fest. Die Freiwillige Feuerwehr stellt ihr Gelände zur Verfügung. Für viele Mitbürger ist dies die erste Möglichkeit im neuen Jahr, möglichst viele Nachbarn gleichzeitig zu treffen."
Die Vorsitzende des Vereins ist sichtlich gerührt, wie offenherzig und fröhlich die Versammelten miteinander umgehen. Bürgermeister Burkhard Horn sieht das ebenso, hält sich aber wie bei ähnlichen Vereinsfesten verhalten zurück. Er verteilt lieber an die Umstehenden frisch gebrannte Mandeln und genießt mit seiner Familie den gelungenen Abend.
Werneuchens Karnevalisten laden am 3. Februar zum Kinderkarneval ein. Beginn ist um 15 Uhr in der "Bühne 17".