„Es bewegt sich einfach nichts“, sagt Heidi Scheidt aus Birkenhöhe. Die Ortsvorsteherin ist verärgert. Am vergangenen Sonntagabend hat sie von einem Anwohner eine E-Mail erhalten, in der von einer wilden Müllentsorgung im Fichtenweg berichtet. Der Hinweis „Das ist keine Ordnungswidrigkeit mehr, das ist schlimmer!“ und die Feststellung, dass der Fichtenweg zur Sackgasse geworden ist, rief die Ortsvorsteherin auf den Plan. Der Grund: zu dem Abfallhaufen gehörten eine Reihe von Wellasbestplatten aus DDR-Zeiten, die offenbar von Abrissarbeiten stammten.

Der Irrtum von der kostenlosen Entsorgung

Das Problem ist nicht neu. Bereits seit mehreren Jahren wird vor allem an den Straßen des Berliner Randbereichs immer wieder Müll abgekippt. Meistens handelt es sich dabei um Baumaterialien und Reste, die bei Sanierungsarbeiten übrig geblieben sind und auf diese Weise illegal entsorgt werden. Manchmal handelt es sich um ganze Wagenladungen. Rohre, Farbeimer, Styropor und vieles mehr sind darunter. Als der Nachbarort Birkholz vor wenigen Jahren sich massiv dem Problem ausgesetzt sah, wurden dort von Anwohnern mit ihren Kindern Schilder aufgestellt, die die Müllsünder zum Nachdenken anregen sollten.
Doch das Problem besteht nach wie vor. Die schnelle und vermeintlich kostenlose illegale Entsorgung wird nicht nur für den Verursacher – wenn er denn erwischt wird – teuer, sondern auch für die Allgemeinheit. Lagen die Entsorgungskosten illegaler Müllecken für den Landkreis im Jahr 2016 bei 125.000 Euro, wurde bereits im Folgejahr die 200.000-Euro-Grenze überschritten. Wie berichtet waren es im vergangenen Jahr 234.000 Euro.

Radfahrer werden auf dem Weg nach Bernau gestoppt

Als sich Heidi Scheidt den aktuellen Fall der Sondermüllverkippung im Fichtenweg ansah, traf sie an der Abladestelle auf eine Familie mit zwei Kindern, die mit ihren Rädern dort unterwegs waren. Der Müll versperrt den Weg, eigentlich sollte er schnell beseitigt werden, damit nicht noch etwas passiert, stellt die Ortsvorsteherin fest. Sie wandte sich per E-Mail an das Bernauer Ordnungsamt. Von dort erfuhr sie, dass der Sachverhalt den Bestimmungen des Abfallrechtes als Sonderordnungsrecht unterliege und daher in die Zuständigkeit des Kreises falle.
Nach einer zweiten „Besichtigung“ der Abladestelle fuhr sie zur Polizei, um Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Dort hatte sie mit einer Anzeige aber auch keinen Erfolg und erfuhr, dass ihr Anliegen beim Ordnungsamt an der richtigen Stelle sei. Parallel hatte sich auch ein Anwohner auch an das Bodenschutzamt des Landkreises gewandt.
Für Heidi Scheidt dauert die Beseitigung des Mülls zu lang. Aus ihrer Sicht handelt es sich nicht nur um eine Ordnungswidrigkeit, schließlich sollte die Gefahr, dass Menschen an der Ablagestelle auf dem Weg zu Schaden kommen, möglichst umgehend beseitigt werden.

Drei Wege zur Müllbeseitigung


Um der immer wieder auftretenden Vermüllung der Barnimer Landschaft Herr zu werden, hat der Landkreis bereits vor drei Jahren eine Müllstreife ins Leben gerufen. Unter www.muellstreife-barnim.de kann die entsprechende Seite im Internet aufgerufen und der Vorfall mit Ortsangaben und weiteren Hinweisen beschrieben werden. Außerdem können wilde Müllecken telefonisch unter der Hotline 03334 5262066 gemeldet werden. Neuerdings kann auch eine Melde-App der Kreiswerke unter www.kw-bdg.de heruntergeladen werden.