"Seit Beginn der Unterschriftensammlung sehen wir uns der schikanösen Behandlung durch die Bernauer Stadtverwaltung ausgesetzt. Das Vorgehen ist dabei dermaßen schwerwiegend, dass von Zufällen nicht ausgegangen werden kann, sondern der Verdacht naheliegt, dass dies systematisch geschieht", schreibt Vida.
So beschwert er sich darüber, dass - im Gegensatz zum von den Linken initiierten Bürgerbegehren gegen den Ausritt Bernaus aus dem WAV Panke/Finow - die Unterschriftenlisten nicht im Rathaus ausgelegt wurden. "Es ist nicht hinnehmbar, dass die Stadtverwaltung das eine Bürgerbegehren von Amts wegen unterstützt und das andere benachteiligt", kritisiert der Unabhängige.
Schwer im Magen liegt ihm auch ein Vorfall vom 20. April, als Wirtschaftsamtsleiter Thomas Rebs einen Sammelstand für das Bürgerbegehren auf dem Marktplatz unterbinden wollte. "Beim Bürgerbegehren der Linken hingegen konnte man über Tage und Wochen beobachten, wie zahlreiche Unterstützer an verschiedenen Stellen des öffentlichen Raumes in Bernau Unterschriften sammelten", sagt Vida.
Der Tropfen, der für ihn das Fass zum Überlaufen brachte, war schließlich ein "de facto selbst geführtes Interview" des Bürgermeisters im jüngsten Amtsblatt, in dem dieser "erkennbar gegen das bereits eingereichte Bürgerbegehren öffentlich Stellung bezieht". Damit verletzte der Bürgermeister seine Neutralitätspflicht, so Vida. Er und seine Mitstreiter befürchten, "dass eine ohne politische Einflussnahme der Stadtverwaltung erfolgende Prüfung der eingereichten Unterschriften durch den Wahlleiter der Stadt Bernau nicht sichergestellt werden kann" und fordern von der Kommunalaufsicht, geeignete Maßnahmen "zur Herstellung gleichberechtigter Zustände und zur Sicherstellung bürgerschaftlicher Grundrechte" zu ergreifen.