Brunnenbesitzer im Barnim müssen offenbar weiterhin von einer erhöhten Nitrat-Belastung des Wassers ausgehen. Das geht aus Analysen des VSR-Gewässerschutzes hervor.
Der Verein hatte dazu nach eigenen Angaben bei einem Informationstag Ende August 113 Proben von Bürgern aus dem Barnim untersucht.

Jeder siebte Brunnenbesitzer betroffen

Bei den Untersuchungen habe sich gezeigt, dass jeder siebte Brunnenbesitzer aus dem Raum Ahrensfelde, Panketal, Bernau, Rüdnitz, Biesenthal und Wandlitz enttäuscht worden ist, heißt es in einer Mitteilung. Die Nitratkonzentration der Wasserproben habe den Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter jeweils überschritten.

Die höchsten Werte in Ahrensfelde und Rüdnitz

Negativer Spitzenreiter bei den Wasser-Untersuchungen war ein Privatbrunnen in Ahrensfelde, der eine Konzentration von 120 Milligramm Nitrat pro Liter aufwies. Ebenfalls stark verschmutzte Brunnen stellte der VSR Gewässerschutz in den Bernauer Ortsteilen Rüdnitz (101 Milligramm pro Liter), Schönow (97) und Lindow (81) fest.
Als Ursache für die hohe Belastung des Grundwassers mit Nitrat wird die intensive Landwirtschaft angeführt. „Die EU-Agrarpolitik fördert bis heute Betriebe, für die hohe Erträge an erster Stelle stehe und die Verringerung der Nitratbelastung nur lästige Auflagen sind, die sie versuchen zu umgehen“, sagt die VSR-Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow. Der Verband fordert, die EU-Agrarreform so zu gestalten, dass die Nitratbelastung der Gewässer verringert werde.

Für die Blumen okay, für den Mensch nicht

Der VSR hatte bereits in den vergangenen Jahren Brunnenwasser im Barnim untersucht. Seinerzeit stellte der Umweltverband immer wieder erhöhte Nitratbelastungen fest.
Belastetes Brunnenwasser kann Menschen und Tiere krank machen. Es gilt die Devise: Blumen gießen ja, trinken oder den Pool damit befüllen nein.