Tag für Tag wiederholt sich das Drama für Frank A. aus Schönerlinde: Bevor er um 9 Uhr in Berlin am Schreibtisch zum Sitzen kommt, muss er auf dem Weg dorthin das Verkehrschaos überwinden. Vor zwei Wochen, als die L 100 und die B 109 noch befahrbar waren, reichten 35 Minuten Anfahrt bis zum Job. Heute sind es locker 90 Minuten geworden. Das Problem entsteht durch die Vollsperrung zwischen "Am Possenberg Süd" und der Zu- und Abfahrt zur Autobahn 114. Es sind nur 750 Meter Straße, die instandgesetzt werden. Aber die Folgen sind brachial: "Manchmal fahre ich schon über Mühlenbeck, denn hier staut es sich vor den Ampeln schon auf der Länge von über einem Kilometer." Das klingt fast noch erträglich, ist es aber keineswegs. Denn pro Grünphase kommen maximal fünf bis sechs Autos über die Kreuzung. Morgens in Richtung Berlin stehen die Fahrzeuge an der Kreuzung Schönerlinder Chaussee/Hobrechtsfelder Chaussee, abends dann retour. Und auch in Berlin geht der Stau weiter, denn der Senat ertüchtigt diverse Straßen, was erneut mit Baustellen und einspurig befahrbaren Straßen verbunden ist.
Bis zum September, so informiert der Berliner Senat für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, werde der Bau von Fahrbahn und Entwässerungsanlagen sowie die Erneuerung der Rad- und Gehwege noch dauern. "Es wird dringend empfohlen, den Bereich weiträumig zu umfahren", raten die Berliner Verkehrsplaner. Sie verweisen auf die B 96 und B 96a mit dem Anschluss 33 an die A 10 in Birkenwerder, die L 21 in Mühlenbeck/Summt sowie auf die B2 in Weißensee.
Für den Schönerlinder Ortsvorsteher Frank Liste (SPD) bleibt damit die Verkehrsanbindung des Ortes extrem schwierig. "Ich erwarte bis in die Jahresmitte 2020 größte Probleme. Diese Baustelle wird eventuell bis zum März 2020 beendet, danach wird der Autobahnanschluss Schönerlinde saniert. Das bedeutet, alle Autofahrer sollen über Mühlenbeck fahren."
Bitumen angeblich bestellt
Das versuchen ohnehin schon etliche Pendler, die sich dadurch kürzere Fahrzeiten erhoffen. Denn auch an anderen neuralgischen Knoten wird gebaut. Zu nennen wären Malchow und Schwanebeck, aber auch Mühlenbeck. Dort haben die Pendler nämlich an der Aldi-Kreuzung das Problem, von Schönwalde kommend auf die Hauptstraße zu gelangen.
Immerhin macht eine gute Nachricht Hoffnung: Die Brückenbauer an der Schönerlinder Baustelle über die Autobahn haben angeblich schon Bitumen bestellt. Zumindest steht das neue Brückenbauwerk schon in aller Schönheit in der Landschaft, einzig die Straßenanschlüsse fehlen noch. "Wir hören auch, die Straße soll in jedem Fall noch 2019 wieder befahrbar sein", bestätigt Liste. Frank A. würde sich darüber freuen. Bis er es wieder unter 40 Minuten zur Arbeit schafft, wird noch ein Jahr vergehen.