Der Antrag von Wolfgang Unger (Unabhängige) scheiterte vor vier Jahren: Die Gemeindevertretung Ahrensfelde lehnte damals die Einführung des Internetportals „Maerker Brandenburg“ ab. Die Verwaltung wies darauf hin, dass die Stelle für Öffentlichkeitsarbeit noch nicht besetzt ist. Auch könne die gewünschte Qualität des Dienstes nicht angeboten werden. Über das Portal sollten die Einwohner auf kurzem und einfachen Weg mitteilen können, wo es sogenannte „Infrastrukturprobleme“ gibt. Dazu gehören beispielsweise Schlaglöcher, illegale Müllablagerungen, defekte Beleuchtungsanlagen, Wildwuchs und eine unzureichende Straßenreinigung. Auf der „Maerker“-Seite, die inzwischen zahlreiche brandenburgische Kommunen nutzen, informieren die Verwaltungen über den Fortgang der erforderlichen Reparaturen.

Hinweise werden in einer Übersichtskarte angezeigt

Mit Daniel Ackermann gibt es nun seit geraumer Zeit einen Öffentlichkeitsarbeiter in der Ahrensfelder Verwaltung – eine eigene Lösung geriet wieder in den Blickpunkt. Beim neuen Online-Portale „Bürgertipps“, zu finden auf der Homepage der Kommune, können ab sofort Schäden und Ideen schnell und unbürokratisch gemeldet werden. Diese werden dann automatisch an die zuständigen Stellen weitergeleitet.
„In der Vergangenheit war das lediglich per Brief, E-Mail oder telefonisch möglich“, so Daniel Ackermann. Die Tipps könnten nun rund um die Uhr an die Verwaltungsmitarbeiter gesendet werden – einfach per Mausklick. Auf einer Landkarte ist es darüber hinaus möglich, virtuelle Fähnchen zu setzen und mit einer Beschreibung zu versehen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Gerät auf einem Spielplatz defekt ist. Der Hinweis wird dann von der Verwaltung aufgenommen und anonymisiert für alle Nutzer des Portals in einer Übersichtsliste angezeigt. Somit können auch andere Einwohner sehen, welche Mängel bereits benannt wurden. Auch ist es möglich, den jeweiligen Bearbeitungsstand abzurufen.

Anlagen eines Benutzerkontos möglich

Bürgermeister Wilfried Gehrke (CDU) ist gespannt, wieviele Hinweise in den kommenden Wochen eingehen werden. Er bittet zugleich um etwas Nachsicht, wenn nicht alles sofort hundertprozentig funktioniert. Die Mitarbeiter müssten sich auch erst noch an die Arbeit mit dem neuen Portal gewöhnen, so der Verwaltungsleiter.
Die Nutzer können sich einfach einloggen und dann ihre Hinweise eintragen. Dafür sind nur der Name, eine Rückrufnummer und eine E-Mail-Adresse erforderlich. Ferner gibt es auch die Option, ein Benutzerkonto anzulegen. Damit es es stets möglich, die eingereichten Hinweise zu verfolgen. Öffentlichkeitsarbeiter Ackermann nennt das eine Zwei-Wege-Kommunikation. Sie erlaube eine direkte und unbürokratische Rückmeldung an den Hinweisgeber.

Optimierte Web-Ansicht wird auf dem Smartphone angezeigt

Auf dem Bürgerportal können auch Anlagen wie beispielsweise Dokumente und Fotos hochgeladen werden. Sie helfen den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern dabei, den Hinweisen noch schneller nachgehen zu können. Übrigens kann man auch von unterwegs einen Tipp einreichen, denn eine optimierte Web-Ansicht ist auch auf dem Smartphone darstellbar. Ein Foto ist rasch gemacht, dann noch den Standpunkt ermitteln und schon ist der Hinweis auf dem Weg ins Rathaus. Das Portal lässt sich über einen Shortcut zudem einfach auf dem Startbildschirm als App abspeichern.
Am Donnerstagnachmittag waren bereits einige „Mängel“ eingestellt. An der Friedenstraße leuchte eine Lampe nicht und die Abdeckung eines Tiefbrunnens sei defekt, hieß es. Im letzten Fall wurde allerdings die Straße nicht benannt. Die Mitarbeiter dürften es schwer haben, den Ort zu finden.