Eine der wohl wichtigsten BAS-Botschaften halten Ulrike Dietze von der Berufsberatung der Arbeitsagentur in Bernau, und Jörg Binding, Ausbildungsleiter bei Weber Automotive in Bernau, bereit: Jetzt laufen die Bewerbungen für den nächsten Sommer an. "Die, die sich zuerst bewerben, sind oft auch die, die sich für ihre Ausbildung engagieren - kein schlechtes Zeichen in den Augen eines Personalchefs", sagt Jörg Binding. Der gewünschte Ausbildungsplatz ist auch heute nicht leicht zu bekommen. Weber beschäftigt rund 100 Mitarbeiter in Bernau, bildet neun Industriemechaniker und zwei Mechatroniker aus. 2015 wurden drei Azubis neu eingestellt - 28 Bewerbungen lagen vor.
In der Praxis tut sich aber mancher mit der Berufsentscheidung schwer, so die Erfahrungen von Ulrike Dietze. Möglicherweise liege das daran, dass Schulabgänger in Klasse zehn wegen der früheren Einschulung heute in vielen Fällen ein Jahr jünger sind. Der Trend: Viele setzen auf eine weitere schulische Ausbildung und einen höheren Schulabschluss.
Die seit nunmehr 19 Jahren von Uwe Bartsch organisierte BAS bietet Tausenden von Schülern bei diesen Fragen durch den unmittelbaren Kontakt zu den Ausstellern Orientierungshilfe. Und die ist in Zeiten, da es ein vermeintlich sicheres, da großes Ausbildungsplatzangebot gibt, unverzichtbar. So haben sich die Zielstellungen der angehenden Azubis gewandelt, berichtet Ulrike Dietze. Auf Wohnortnähe, geregelte Arbeitzeit, gute Verdienstmöglichkeiten und geringe körperliche Belastung werde heute mehr Wert gelegt als früher. Chancen liegen daher in Berufsfeldern, die nach diesen vier Kriterien nur wenige ins Kalkül ziehen, zum Beispiel im Handwerk oder in der Landwirtschaft. "Die Tätigkeiten in der Landwirtschaft gehen von der Handarbeit hin zur Automatisierung und Digitalisierung. Das ist eine klare Entwicklung", sagt Holger Lampe, Vorsitzender des Barnimer Bauernverbands. Das Spektrum erstrecke sich von der Fachkräfteausbildung bis hin zum Hochschulbereich. In ähnlicher Weise wirbt der Garten- und Landschaftsbauverband für den Beruf des Landschaftsgärtners.
Gesundheitsberufe bilden einen weiteren Schwerpunkt. Katja Stahl, Bucher Campusleiterin der Akademie für Gesundheit, sieht vor allem im ambulanten Bereich eine steigende Nachfrage bei den Pflegeberufen. Praktika können Schüler dank der Schulkooperationen im Bernauer Immanuel Klinikum und Herzzentrum absolvieren, sagt Carmen Prusky, Qualitätsbeauftragte für die Ausbildung. Der Vorteil: Die Schüler lernen frühzeitig ihren Wunschberuf in der Praxis kennen.
Dass die BAS vielen Schülern bei der Studien- und Berufswahl neue Perspektiven eröffnet, bestätigen Julian Schönleiter und Florian Höfner, die das Barnim-Gymnasium besuchen. Auch Unternehmen schätzen die BAS als Institution, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist, wie Landtagspräsidentin Britta Stark in ihrer Begrüßung sagte. Norbert Giesen, der bis zum Beginn seines Ruhestands vor kurzem bei Siemens in Berlin für rund 350 Ausbildungsplätze zuständig war und fast jede BAS besucht hat, bestätigt: "Wir haben hier viele Schüler für die Ausbildung und das duale Studium gefunden."