„Engere gesetzliche Grenzen greifen zunächst nur dort, wo die Waldbesitzer gewillt sind, sich an die bestehenden Vorschriften zu halten. Dies ist bei der großen Mehrheit der Waldbesitzer der Fall“, führt Vogelsänger weiter aus. Die wenigen Waldbesitzer, die sich nicht an die Regeln halten, könnten dagegen nur durch intensive Kontrollen vor Ort an gesetzwidrigen Handlungen gehindert werden.
Mit Blick auf die Leistungsfähigkeit moderner Holzerntemaschinen sei allerdings für die Vollzugsbehörden nicht viel Zeit, um Kahlschläge rechtzeitig zu entdecken und zu verhindern. So bliebe in diesen Fällen nur, die Verstöße zu verfolgen und zu ahnden. In diesem Lichte erscheine eine Änderung des Landeswaldgesetzes „nicht geeignet, vergleichbare Fälle in Zukunft auszuschließen“
In Prenden, in Weisen bei Perleberg und am Fuchsbau bei Fürstenwalde waren kurz nach deren Veräußerung durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben durch den Erwerber massive Holzeinschläge durchgeführt worden. Nach Kenntnis der Landesregierung verfügt der Erwerber außerdem über Waldflächen in weiteren Betriebsteilen des Landesbetriebes Forst Brandenburg, und zwar in den Betriebsteilen Alt Ruppin (etwa 60 Hektar), Belzig (etwa 34 Hektar), Eberswalde (etwa 50 Hektar), Kyritz (etwa 10 Hektar), und Wünsdorf (etwa 180 Hektar). Zusammen sind das etwa 334 Hektar.
Auf eine weitere Frage des Landtagsabgeordneten stellte Vogelsänger fest, dass im Betriebsteil Belzig gegen § 10 des Landeswaldgesetz (LWaldG) verstoßen und Kahlschläge geführt wurden. Auf einer Fläche von rund
30 Hektar sei dies auch im Betriebsteil Eberswalde geschehen. Keine Verstöße gegen das Landeswaldgesetz lägen in den Betriebsteilen Kyritz und Wünsdorf vor. Der gesetzliche Spielraum sei dort genutzt, aber eingehalten.
Die Verstöße gegen das Landeswaldgesetz in den Betriebsteilen Belzig und Eberswalde seien von der unteren Forstbehörde verfolgt und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden. Die Verfahren seien noch nicht abgeschlossen. Sämtliche Verstöße seien zur Anzeige gekommen und würden verfolgt.
Vogelsänger stellt klar, dass die Fälle, in denen der rechtliche Rahmen der Kahlschlagsregelung ausgeschöpft werde, gemessen an der Gesamtwaldfläche, von untergeordneter Bedeutung sind.
Die Landesregierung halte die Begründung zur gesetzlichen Regelung nach wie vor für zulässig, nämlich dass bei Kleinkahlschlägen bis zwei Hektar noch eine Schutzwirkung von den Nachbarbeständen vorhanden sei, während bei darüber liegenden Kahlschlagsgrößen ein Freiflächenklima mit negativen Folgen entsteht.