Habermann, der im Juli erstmalig in die Stadtverordnetenversammlung von Werneuchen (Barnim) einzog und den Vorsitz des Bauausschusses übernahm, ist Sänger der Berliner Band "Wutbürger", die der Verfassungsschutz ebenfalls als rechtextremistisch beurteilt. Sie würde sich offen zum Nationalsozialismus bekennen. So sei in einem Musikvideo zu sehen, dass der Gitarrist der Band die Worte "Blut" und "Ehre" auf seinem Unterarm tätowiert habe. Diese Parole "Blut und Ehre" war im Dritten Reich die Losung der Hitlerjugend und ist verboten.
Auch die Kleidung von Habermann und seiner Band-Mitglieder belege eine Verbindung zum Rechtsextremismus, urteilt der Verfassungsschutz. Zudem habe Habermann in einem Post in dem Sozialen Netzwerk Twitter einen Aufruf gestartet, die "Spaltung [der Patrioten] in viele verschiedene Lager" zu überwinden. Zu diesem "patriotischen Lager" rechnet Habermann in seinem Beitrag neben der AfD und Pegida auch die rechtsextremistische "Identitäre Bewegung".
Habermann wies die Vorwürfe des Verfassungsschutzes auf MOZ-Nachfrage zurück. Dabei betonte er unter anderem, der Gitarrist, auf den sich die Mutmaßungen beziehen, "ist längst kein Mitglied" der Band mehr. Seinen Kleidungsstil zu verurteilen, sei darüber hinaus "lächerlich". Auch zu seinem Tweet, den er Ende Juli abgesetzt hatte, äußerte er sich: Er verwies auf eine einstweilige Anordnung des Kölner Verwaltungsgerichtes Ende September, die dem Bundesamt für Verfassungsschutz untersage, die "Identitäre Bewegung" als rechtsextremistisch zu bezeichnen. Gegen diese Anordnung hat der Verfassungsschutz Anfang Oktober Beschwerde eingelegt.