Bürgermeisterkandidatin Jana Radant hebelt in Wandlitz die etablierten Parteien aus. Weil er sie nicht unterstützen will, tritt CDU-Ortschef Tino Berbig zurück. Frank Berger, bisheriger Bürgermeisterkandidat der Linken, legt sich mit dem Kreisvorstand seiner Partei an.
Uwe Liebehenschel, Kandidat der Christdemokraten im Kampf um das Bürgermeisteramt, gab sich nach dem Bekanntwerden der Ergebnisse noch gelassen. Er sei zwar enttäuscht, für seine Partei sei dies jedoch ein gutes Ergebnis, sagte er. Gestern morgen ist es mit der Harmonie in seiner Partei aber schon wieder vorbei. Den Grund dafür liefert der Vorstand des Ortsvereins selbst: Dessen Vorsitzender Tino Berbig will sein Amt nicht weiter ausfüllen. Es könne nicht sein, dass man sich innerhalb der CDU nicht dazu durchringen könne, sich gegen eine Kandidatin auszusprechen, die eindeutig „dem linken Lager“ zuzuordnen sei und die in ihren Aktivitäten auch von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern unterstützt werde, sagte Berbig gegenüber der MOZ. „Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.“
Beim ehemaligen Bürgermeisterkandidaten Liebehenschel trifft der Vorstoß auf wenig Verständnis. „Tino Berbig kann dem Vorstand nicht einfach diktieren, was er entscheiden soll. Dass wir für Udo Tiepelmann eine Wahlempfehlung abgeben, hatten wir bereits im Vorfeld ausgeschlossen. Das lässt sich nicht so einfach ändern.“
Auch bei den Linken laufen die Risse quer durch die Partei. Im Unterschied zu den Christdemokraten ist es hier jedoch der ehemalige Bürgermeisterkandidat selbst, der die Genossen in Rage bringt. Denn auch bei ihnen folgte der Inthronisierung Bergners vor einigen Monaten ein Beschluss, in dem ausgeschlossen wurde, Tiepelmann (SPD) bei einer Stichwahl zu unterstützen. „Wir wollen einen Wechsel, weil wir glauben, dass es bessere Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Wandlitz gibt“, erinnert Sebastian Walter, der Kreisvorsitzende der Linken, noch einmal an jene Sitzung.
Doch Frank Bergner will von alledem nichts mehr wissen. Schon während des Wahlkampfes machte der Basdorfer deutlich, dass er der Arbeit des sozialdemokratischen Amtsinhabers in den vergangenen Jahren auch durchaus positive Seiten abgewinnen kann.
In einem Brief, der in der Redaktion vorliegt, bezieht Bergner nun noch eindeutiger Position: „Wandlitz hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt, und einen großen Anteil hat nun einmal Bürgermeister Udo Tiepelmann, der seit 2000 hier in entscheidender Position Verantwortung übernommen hat.“
Um doch noch zu einem eindeutigem Votum innerhalb der Parteien zu kommen, wollen sowohl CDU als auch die Linken mit den verbliebenen Kandidaten Gespräche führen. Danach soll es Empfehlungen für die Stichwahl geben. (Seite 13)